Ein SF-Moderator nach dem anderen kehrt dem Bildschirm den Rücken. Letzte Woche gab Nicole Westenfelder ihren Wechsel bekannt, heute Susanne Wille. Vorher hatte SF diverse Abgänge langjähriger Publikumslieblinge wie Mario Torriani, Eva Wannenmacher, Matthias Aebischer, Monika Fasnacht und Reto Brennwald zu verzeichnen. Handelt es sich um Zufall oder ist der einstige Traumjob nicht mehr genug attraktiv? "persoenlich.com" hat bei SF-Chefredaktor Diego Yanez nachgefragt:
Herr Yanez, gibt es besondere Gründe für die momentan häufigen Moderatorenwechsel bei SF?
Nein, das ist reiner Zufall.
Sind häufige Fluktuationen erwünscht oder eher mühsam?
Weder noch. Moderatorinnen und Moderatoren haben kein Verfalldatum. Deshalb hat SRF auch keine Beschränkungen wie lange jemand moderieren soll.
Nicole Westenfelder und Susanne Wille wechseln in die Redaktion. Dies bedeutet karrieretechnisch ein Rückschritt, denn bisher war es eher so, dass Redaktoren umgekehrt in die Moderation wechselten. Inwiefern hat sich das geändert?
Das mag von aussen so wahrgenommen werden, entspricht aber nicht der Realität. Sowohl Nicole Westenfelder als auch Susanne Wille werden neue, sehr anspruchsvolle Aufgaben übernehmen, und dies auf eigenen Wunsch.
Ist die Moderation einer beliebten SF-Sendung nicht mehr DER Traumjob, als den er einmal galt?
Das ist eine sehr individuelle Frage. Für viele Kolleginnen und Kollegen ist die Moderation einer Sendung tatsächlich ein Traumjob. Gerade das Fernsehen bietet aber eine ganze Reihe von sehr attraktiven Jobs. Nicht jeder eignet sich für den Job des Moderators, wie sich auch nicht jeder für den Job des Auslandkorrespondenten oder des Produzenten einer Sendung eignet. Es gibt aber sehr viele Kolleginnen und Kollegen, die im Laufe ihrer Fernsehkarriere verschiedene Funktionen übernehmen.