«Ja, Roger de Weck hat zugesagt»

Service-Public-Konferenz - VSM-Geschäftsführer Andreas Häuptli über Gäste und Themen der Veranstaltung zum Service Public im September.

Herr Häuptli, der Verband Schweizer Medien plant am Anfang September in Bern eine Service-Public-Konferenz. Was bezwecken Sie damit?
Wir wollen eine Plattform für eine Diskussion bieten. In den letzten Monaten sind zahlreiche Studien und Gutachten zum medialen Service Public erschienen. Parlamentarier machen sich Sorgen um die Medienlandschaft, wie unter anderem die beiden parlamentarischen Initiativen von Nationalrat Hugues Hiltpold (FDP, GE) und Ständerat Beat Vonlanthen (CVP, FR) gefordert wird. Zudem wird der Bundesrat diesen Sommer seinen Service-Public-Bericht veröffentlichen. Es besteht Gesprächsbedarf.

Ist dieses Thema nach der deutlichen Ablehnung der Pro-Service-Public-Initiative überhaupt noch aktuell?
Absolut. Das in der Gesellschaft und Wirtschaft vorhandene Unbehagen gegenüber den sich weiter ausbreitenden Staatsunternehmen ist nicht vom Tisch zu wischen. Das hat schon der knappe Ausgang der Abstimmung über die Teilrevision des Radio- und Fernsehgesetzes vor einem Jahr gezeigt. Hier hat das Volk frontal gegen die SRG opponiert.

Der Verband Schweizer Medien ist wegen der Admeira-Auseinandersetzung parteiisch. Sind Sie der richtige Veranstalter für eine solche Konferenz?
Ja, auf jeden Fall. Der Verband Schweizer Medien steht für eine ausgewogene Medienlandschaft ein. Er vertritt als Branchenorganisation die privaten Schweizer Medienunternehmen. Es geht an dieser Konferenz um die Bedeutung der Medienvielfalt in der Schweiz. Diese ist gefährdet.

Haben Sie auch Teilnehmer aus dem «gegnerischen» Lager, also der SRG?
Ja, Roger de Weck hat zugesagt. Zudem sind mehrere breit abgestützte Diskussionsrunden vorgesehen. Das Polit-Panel vereint links wie rechts. Nationalrätin Edith Graf-Litscher (SP) ist hier ebenso dabei wie Gerhard Pfister (CVP) und Gregor Rutz (SVP).

Hat Herr de Weck sofort zugesagt?
Ja. Wir begrüssen es sehr, dass er sich der Debatte auch in diesem Rahmen stellt.

Wen wollen Sie mit Ihrer Konferenz erreichen?
Die Medienvielfalt ist in Gefahr. Wir wollen eine breite Debatte lancieren. Ohne die vielstimmige publizistische Leistung der Privaten wäre die Medienlandschaft Schweiz eine Monokultur. Es gilt die Wirtschaft, die Politik, die Behörden und auch die Wissenschaft zu sensibilisieren. (ma)