Der Verband Schweizer Presse tritt für eine Liberalisierung des Postmarktes ein. Er begrüsst in seiner Vernehmlassung zum revidierten Postgesetz die raschestmögliche vollständige Marktöffnung. Die Schweiz solle sich möglichst dem Tempo der EU angleichen und das Briefmonopol auf den 1. Januar 2011 abschaffen. "Nur in einem liberalisierten Markt wird echter Wettbewerb möglich, damit Drittanbieter eine echte Chance haben, bei einzelnen Postdiensten zu konkurrenzieren", so der Verband in einem Communiqué. Auf zusätzliche Regulierungen wie übermässige Meldepflichten und weitere Informationspflichten solle verzichtet werden.
Andererseits fordert Schweizer Presse zur Eindämmung von Wettbewerbsverzerrungen die Einsetzung der unabhängigen Regulationsbehörde "PostCom". Diese soll überprüfen, ob die Post dem Gebot nach Transparenz Folge leiste und keine Quersubventionierung betreibe. Weiter seien die Post und Drittanbieter in Bezug auf Sonderprivilegien wie Steuern, Nachtfahrverbot oder Verzollung künftig gleich zu stellen und die Infrastruktur der Post müsse gegen Abgeltung zu marktgerechten Bedingungen allen Anbietern zur Verfügung gestellt werden.
Ungeachtet der Marktliberalisierung unterstützt der Verband die Absicht des Bundes dagegen, die indirekte Presseförderung für regionale und lokale Zeitungen und Zeitschriften bis zu 40'000 Exemplaren weiterzuführen. Dies bedeute einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung und Erhaltung der Pressevielfalt in der Schweiz, schreibt Schweizer Presse in der Mitteilung.