Wie die deutsche "Bild"-Zeitung in ihrer Mittwochsausgabe berichtet, ist der Vertrag zwischen TV-Moderator Günther Jauch und der ARD seit Dienstag unter Dach und Fach. Der WDR-Rundfunkrat stimmte dem Vertrag zu. Damit ist der Weg frei für die teuerste Polit-Talkshow, die es je im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gab. Jauch und seine Produktionsfirma "I&U" erhalten von der ARD pro Staffel (39 Sendungen) 10,5 Millionen Euro. Dafür moderiert und produziert der 54-jährige ab Herbst 2011 jeden Sonntag nach dem "Tatort" eine politische Talkshow.
Der Jauch-Vertag läuft über drei Staffeln bis 2014. Vorgesehen sind 38 Sendungen à 60 Minuten und ein sogenanntes "Best of" pro Staffel. Eine Minute Günther Jauch kostet damit 4487,18 Euro Gebühren-Geld. Die "Bild"-Zeitung zitiert aus einem Schreiben des WDR-Verwaltungsrats vom 7. Juli. Darin heisst es: "Als Besonderheit ist auf die Höhe der Kosten hinzuweisen, die pro Staffel 10,5 Millionen Euro betragen." Trotzdem stimmte der Verwaltungsrat zu. "Vor allem vor dem Hintergrund des hohen Ansehens und Respekts, den Herrn Jauch in der Öffentlichkeit geniesst."
Vor dreieinhalb Jahren hatte der WDR-Rundfunkrat den Senderwechsel des beliebten Moderators noch platzen lassen, weil dieser weiter bei RTL moderiert (u. a. "Wer wird Millionär"). Diesmal stimmte man zu, obwohl der Verwaltungsrat in seinem aktuellen Brief die Bergpredigt Jesu zitiert: "Niemand kann zwei Herren dienen."