Die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ruft die Autoren auf, die Mitarbeit an der Rechtschreibreform zu verweigern. Dies schreibt sie in einem Brief, den die Frankfurter Allgemeine am Freitag veröffentlichte. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung solle die zwei stimmberechtigten Plätze im neu gegründeten Rat für deutsche Rechtschreibung nicht einnehmen, erklärte die österreichische Schriftstellerin.
Die Einladung diene nur dazu, "uns und unsere Vereinigungen zu kompromittieren". Die Akademie berät zurzeit auf der Herbsttagung in Darmstadt ihre Position. Jelinek hält den Rat für deutsche Rechtschreibung, der an die Stelle der Zwischenstaatlichen Kommission treten soll, für sinnlos. Die deutsche Sprache brauche "keine Schriftsprachkammer" zur "behutsamen Anpassung" der Rechtschreibung.