"Jetzt die schönste Tageszeitung der Schweiz"

Tages-Anzeiger - Komplimente und Skepsis: Experten äussern sich zum umfassenden Redesign.

Der "Tages-Anzeiger" erscheint seit Dienstag sowohl im Print als auch Online und Mobile in einem neuen Gewand (persoenlich.com berichtete). Die Zeitung verspricht sich davon eine Stärkung der Marke auf allen Kanälen - dem Leser soll überall ein optimales Leseerlebnis geboten werden. Am kommenden Dienstag wird dann die Paywall hochgezogen.

Doch wie kommt das Redesign an? Ist es ein grosser Wurf - oder gar keine grosse Neuerung? Experten aus der Medien- und Werbebranche nehmen Stellung.


Kurt W. Zimmermann (Medienunternehmer, "Weltwoche"-Kolumnist):

Der neue Auftritt des "Tages-Anzeigers" ist vom alten Auftritt des "Tages-Anzeigers" praktisch nicht zu unterscheiden. Der neue Auftritt ist also gelungen.


Alex Oeschger (Dreicom):

Das neue Layout von tagesanzeiger.ch finde ich einen Wurf. Es ist übersichtlich, leicht, klar und steht dennoch in der Design-Tradition der Marke. Ausserdem funktioniert es Online wie auch Mobile, was zum einen für die zeitgemässe Online-Werbung und zum anderen für die künftig zahlende Leserschaft essenziell ist. Ich bin gespannt, wie sich der "Tages-Anzeiger" mit Paywall auf dem Markt etablieren wird. Einen guten Anfang hat er sicher gemacht.


David Schärer (Rod Kommunikation):
Verändert sich sein Stammmedium, ist dies immer, wie wenn man in eine neue Wohnung zieht: Man muss sich zunächst zurechtfinden und ankommen. Kein Problem beim Tagi, das Layout führt intuitiv durch die Inhalte. Und er kommt daher, wie eine Medienmarke im Jahre 2014 aussehen muss: Konvergent, klar, prägnant. Ganz besonders gelungen sind Typografie und der hohe Weissanteil.
 
 

Bernhard Brechbühl (Gründer Storyfilter.com):

Kompliment zum Redesign! Der "Tages-Anzeiger" ist jetzt die schönste Tageszeitung der Schweiz – print und online. Das erhöht leider die Zahlungsbereitschaft für Paid Content nur unwesentlich.


Fabian Bertschinger (Creative Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei Process Brand Evolution)

Die neue Seite ist luftiger, der Umgang mit Weissraum grosszügiger und die gestalterische Angleichung der verschiedenen Plattformen der richtige Schritt. Kritischer sehe ich die Verknüpfung von Print- und Onlineausgabe mittels QR-Codes. Ich dachte, dieser ewige Zukunftstrend werde allmählich begraben. Oder kennen Sie jemanden, der regelmässig – hungrig nach "digitalem Mehrwert" – mit dem Smartphone in der Hand seine Printlektüre liest? Ich nicht.


Umfrage: Lukas Meyer//Bilder: zVg