Als die Publica Data AG (PDAG) Ende Juli mitteilte, dass die TV-Planung mit den so genannten PIN-Daten (Personen-Individuellen Nutzungsdaten) neuerdings erst ab 2012 möglich sein wird, ging die Branche noch davon aus, dass ihr von der neuen TV-Planungssoftware EvoAd zwei Versionen zur Auswahl stehen würden: Ein Standard-Tool für etwa 8000 Franken pro Jahr und eine Expert-Variante für 30 000 Franken pro Jahr wird ("persoenlich.com" berichtete).
Nun ist man aber von diesem Zwei-Tool-Angebot abgekommen: Die PDAG hat entschieden, dass nur die Expert-Version auf den Markt gebracht wird, für die dann je PC-Arbeitsplatz eine Lizenz erworben werden muss. Dies bestätigte Simon Rüegg, seit zwei Monaten Projektleiter EvoAd bei der PDAG. "Die Idee kam von der IGEM und ich bin sehr froh darüber", sagt Rüegg. Denn er habe bald festgestellt, dass es sehr schwierig werden würde, zwischen den beiden Versionen eine Abgrenzung punkto technischer Möglichkeiten zu machen. In den letzten 14 Tagen hätten deshalb auch Gespräche mit diversen Kleinagenturen stattgefunden, und diese würden die neue Idee befürworten, sagt Rüegg. Was künftig eine einzelne Arbeitsplatz-Lizenz kosten wird, wollte Rüegg allerdings noch nicht preisgeben. "Aber sie wird sicherlich teurer als die bisherige Standard-Version", sagt er. Zum Vergleich: Für die heutigen TV-Planungstools TC2000, Mediaoptimizer und Publiplan bezahlen die Agenturen um die 2300 Franken jährlich inklusive Daten.
PIN-Daten sind die Rohdaten, welche mittels Telecontrolgerät erfasst werden und sich aus drei Merkmalen zusammensetzen: Den soziodemografischen Eigenschaften der Panelteilnehmer (Stichprobe), deren individuellem Sehverhalten (Programmwechsel) und dem sekundengenauen Zeitablauf. PIN-Daten bilden bereits heute die Grundlage für die aktuellen Auswertungs- oder Planungstools, doch sind sie bereits nach bestimmten Zielgruppen oder Zeitabschnitten gebündelt. Künftig wäre der Zugang offener, weshalb auch eine detaillierte TV-Planung möglich würde. TV-Planung mit PIN-Daten ist in Europa seit vielen Jahren Standard.
(Text: Markus Knöpfli)