Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann ist dagegen, die SRG bei ihren Internetaktivitäten zu beschneiden. An der Eröffnung des ersten SwissMediaForum im KKL Luzern sagte er: "Der Bund muss der SRG den Entwicklungsspielraum gewähren, den sie braucht, um gegen die internationale Konkurrenz bestehen und den Service public erbringen zu können." Damit erteilt der Bundesrat den Zeitungsverlegern einen Absage, die verlangt hatten, die SRG müsse ihren Online-Auftritt massiv herunterfahren, da dieser aufgrund der Gebührenfinanzierung zu einer Wettbewerbsverzerrung führe.
Schneider-Ammann argumentierte, dass die Medienunternehmen in der Schweiz sich vermehrt der ausländischen Konkurrenz stellen müssen. "Zwar haben ausländische Programme schon seit einiger Zeit etwa 60 Prozent Marktanteil im Fernsehmarkt. Die Präsenz der ausländischen Medienkonzerne hat sich vor allem durch das Internet akzentuiert", sagte der Wirtschaftsminister. Dieser Wandel könne nicht aufgehalten werden: "Es ist eine Illusion zu glauben, man könne bisherige Marktabgrenzungen quasi politisch festlegen."
Die ausländischen Sender seien stark im Internet präsent. "Wenn die Konkurrenten der SRG ihre Programme mit einem Internetauftritt verbinden, muss dies auch der SRG möglich sein", sagte Schneider-Ammann weiter. Allerdings dürfe diese Entwicklung "nicht unkontrolliert" erfolgen. Der Bundesrat sei sich durchaus bewusst, dass die gebührenfinanzierten Online-Angebote der SRG die privaten Medienhäuser konkurrenzieren. Es bestehe die Gefahr einer Marktverzerrung. Der Medienwandel müsse nachhaltig sein, und auch die Printmedien müssten sich darauf einstellen können.