Der "Financial Times"-Herausgeber Pearson bekommt einen neuen Chef. Marjorie Scardino, die seit 1997 an der Spitze stand, wird zum 1. Januar von John Fallon abgelöst, wie der britische Medienkonzern am Mittwoch mitteilte. Der 50-Jährige leitete zuletzt die Bildungssparte, die rund ein Viertel des Pearson-Geschäfts ausmacht.
Mit der Nachricht vom Chefwechsel wurden auch die Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Financial Times Group wieder lauter, der neben der grossen Wirtschaftszeitung auch zur Hälfte der "Economist" gehört. Fallon habe keine emotionale Bindung zu diesem Geschäft, während Scardino ein "grosser Fan" gewesen sei, sagte etwa Branchenanalyst Ian Whittaker von Liberum Capital der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Oft zitiert wird ihre Äusserung, die "Financial Times" könne nur über ihre Leiche verkauft werden. Fallon sagte Reportern am Mittwoch, die "Financial Times" sei ein "wertvoller Bestandteil" des Unternehmens. Erste Gerüchte über einen möglichen Verkauf an Bloomberg oder Thomson Reuters waren bereits im Februar aufgetaucht, waren damals aber zurückgewiesen worden. (sda/dpa)