Sie haben in unserem Land ein grosses Problem gelöst – und trotzdem dürften sie den meisten bis anhin unbekannt gewesen sein: Vor 100 Jahren erlösten drei Landärzte die Schweiz vom Kropf, indem sie dem Speisesalz Jod beimischten. Journalist Jonah Goodman ist in die Archive gestiegen, um dieses unbekannte Kapitel Schweizer Geschichte ans Licht zu bringen und gewinnt für seine Reportage im Magazin den diesjährigen Prix Média. Er ist mit 10'000 Franken dotiert, wie es in einer Mitteilung heisst.
«Jonah Goodman hat in einer spannenden Geschichte aufgezeigt, dass es nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse braucht, sondern auch Personen, die diese Erkenntnisse marktfähig machen». So lautet das Urteil der Jury zum Artikel «Wie drei Landärzte die Schweiz vom Kropf erlösten», publiziert am 17. September 2022 in Das Magazin. Prix Média-Preisträger Jonah Goodman erzählt darin die Geschichte von drei Landärzten, die in den frühen 1920er-Jahren mittels eines Jodbeisatzes den Kropf bekämpften und dabei viel Skepsis und Vorurteile zu überwinden hatten.
Die Jury war insbesondere beeindruckt von der aufwendigen Recherchearbeit in historischen Archiven und der wissenschaftlichen Akribie, mit welcher der Journalist diese Recherche verfolgt hat, heisst es in der Mitteilung. Der preisgekrönte Beitrag sei zudem sehr aktuell, weil Parallelen zum Umgang mit der Coronapandemie erkennbar sind. Die Jury zeigte sich sehr erfreut, dass mit diesem Beitrag ein medizinhistorisches Thema ins Rampenlicht gerückt wird, da wissenschaftsjournalistische Recherchen oft naturwissenschaftliche Themen im Visier haben.
«Ich bin nicht mal Schweizer»
Der Beitrag wurde ursprünglich auf Englisch geschrieben und für die Erstpublikation im Magazin ins Deutsche übersetzt. «Ich habe diesen Artikel über ein Stück Schweizer Medizingeschichte geschrieben, obwohl ich weder Historiker noch Mediziner bin. Ich bin nicht mal Schweizer. Dass ich nun diese Auszeichnung erhalte – verliehen von einem Schweizer Expertengremium –, bedeutet mir daher ausserordentlich viel. Es gibt keinen anderen Preis, den ich lieber gewonnen hätte», wird Jonah Goodman in einer Mitteilung von Tamedia zitiert.
Magazin-Chefredaktor Bruno Ziauddin ergänzt: «Jonah Goodman sind mit seinem Artikel gleich zwei Kunststücke gelungen: Sein Beitrag hat die Länge und die Akribie einer Seminararbeit, ist aber zugleich so spannend, dass er bei der Leserschaf auf allergrösstes Interesse gestossen ist. Und Goodman hat uns ein unbekanntes und unglaubliches Stück Schweizer Geschichte näher gebracht – als Engländer.»
Mit Denise Brechbühls Recherche über Cybersicherheit wurde in diesem Jahr auch ein Newcomer-Projekt gefördert. Die diesjährige Preisverleihung fand anlässlich der ScienceComm'23 am Freitag im Kulturzentrum Progr in Bern statt. (pd/cbe)
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03.11.2023 22:39 Uhr

