Nach Bekanntgabe des Joint Ventures von NZZ und AZ Medien bei den Regionalmedien sprechen NZZ-Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod und AZ-Verleger Peter Wanner in einem ausführlichen Interview in der «NZZ am Sonntag» über das Vorhaben. Wanner spricht darin von einer «Ehe» und fügt an: «Wir sind frisch verliebt.»
Für beide stehen bei der Allianz gemeinsame Ziele im Vordergrund, wie sie sagen. «In einem Joint Venture gibt es den Zwang zum Konsens. Beide Partner wollen investieren, damit das neue Unternehmen vorankommt. Das ist für mich entscheidend», sagt Wanner. Und Jornod fügt an: «Ein Joint Venture mit Fifty-Fifty-Anteilen funktioniert nur, wenn der Wille zu gemeinsamen Lösungen vorhanden ist. Wenn es einer Seite nur darum geht, ihre Macht auszuspielen, klappt es nicht.»
Zwischen dem geplanten Mantelteil von Tamedia und jenem beim Joint Venture sieht Wanner einen «wesentlichen Unterschied». «Tamedia liefert denselben Mantelteil Zeitungen, die im gleichen Gebiet erscheinen, im Kanton Zürich und im Kanton Bern», sagt er. «Wir verlegen Zeitungen, die in verschiedenen Gebieten erscheinen und keine Doppelleser haben.» Es sei ja nicht so, dass ein St. Galler bisher die «Aargauer Zeitung» gelesen habe.
Angesprochen auf einen möglichen Stellenabbau sagt Wanner: «Es wäre blauäugig zu sagen, dass es keinen Stellenabbau gibt.» Welchen Umfang er habe, könne man noch nicht sagen. Es sei klar, dass der Abbau weitgehend über die natürliche Fluktuation erfolgen solle. Entlassungen könne er nicht ausschliessen. (wid)