Wegen des Verdachts der Ermordung eines Journalisten, der Recherchen zu illegalen Holzgeschäften anstellte, ist in Kambodscha ein Militärpolizist festgenommen worden. Im Haus des Manns seien eine blutgetränkte Decke und die Schuhe des Opfers gefunden worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag.
Die Festnahme erfolgte demnach bereits am Donnerstag. Der Beamte habe den Reporter Hang Serei Oudom von der Zeitung "Vorakchun Khmer Daily" und mehrere weitere Gäste den bisherigen Ermittlungserkenntnissen zufolge am Sonntag in seinem Haus zum Karaokesingen empfangen, sagte der Sprecher. Seit diesem Tag war der 44-Jährige verschwunden, bis er am Dienstag in der nördlichen Provinz Ratanakiri ermordet im Kofferraum seines Autos entdeckt wurde. Er wurde vermutlich mit einer Axt getötet.
Nach Angaben seiner Zeitung war Oudom illegalen Holzgeschäften in Kambodscha nachgegangen, in die auch mächtige Regierungsvertreter involviert sein sollen. Illegale Rodungen sind in dem südostasiatischen Land ein grosses Problem. Ende April war der Umweltaktivist Chhut Vuthy von einem Polizisten erschossen worden. Er hatte sich geweigert, Luftaufnahmen auszuhändigen, die Abholzungen in der südwestlichen Provinz Koh Kong dokumentierten. (sda/dpa)