Nach einer Anzeige von Christoph Mörgeli ermittelt die Staatsanwaltschaft Bern wegen Amtsgeheimnisverletzung gegen Kathy Riklin, CVP-Nationalrätin und Universitätsrätin. In diesem Zusammenhang wurden auch zwei Journalisten befragt, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet.
Ihnen gegenüber soll Riklin in der Wandelhalle des Nationalrates Andeutungen über einen noch nicht publizierten Expertenbericht, in dem Mörgeli nicht gut wegkomme, gemacht haben. Der betroffene Journalist der "Schweiz am Sonntag" lieferte dabei keine inhaltlichen Angaben, da er sich nicht mehr erinnern konnte.
Anders der Journalist des "SonntagsBlick", der detaillierte Angaben zum Gespräch im Bundeshaus machte. "Wenn wir Journalisten den Quellenschutz bei jeder Gelegenheit bemühen, schwächen wir seinen Wert", meint er gegenüber der "NZZ am Sonntag". Es habe sich beim Gespräch mit Riklin nicht um eine vertrauliche Unterredung gehandelt.
Kritik vom Präsidenten des Presserat
Kein Verständnis für diese Haltung hat Dominique von Burg, Präsident des Presserats. Wenn es nicht um Leib und Leben gehe, müssten Journalisten über die von ihnen geführten Gespräche gegenüber den Strafverfolgungsbehörden grundsätzlich schweigen.
"Wenn Gesprächspartner von Journalisten damit rechnen müssen, dass ihre Aussagen einem Staatsanwalt rapportiert werden, untergräbt das das Vertrauen in die Medien und behindert sie damit in ihrer staatspolitisch wichtigen Funktion", meint er gegenüber der "NZZ am Sonntag". Er befürchtet, dass niemand mehr Journalisten etwas sagen wird, sollte dieses Vorgehen Schule machen.
Riklin weist Vorwürfe zurück
Kathy Riklin weist den Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung zurück, wie sie am Sonntag in einer Medienmitteilung bekräftigte. (NZZaS/lmy)
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