Journalist in Lettland niedergeschossen

Riga - Politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen.

In Lettland ist ein investigativer Journalist von zwei Unbekannten im Treppenhaus seiner Wohnung in Riga mit einer Gaspistole niedergeschossen worden. Leonids Jakobsons sei bei dem Anschlag vor den Augen seines Sohns schwer verletzt, berichtete die baltische Nachrichtenagentur BNS am Freitag unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Noch ist unklar, ob ein Zusammenhang mit seiner Arbeit als Betreiber eines investigativen Internetportals besteht. Lokale Medien schlossen eine politisch motivierte Tat nicht aus. Jakobsons hatte Ende vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt, als er eine angebliche E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Rigaer Bürgermeister Nils Uskovs und einem Mitarbeiter der russischen Botschaft in Riga veröffentlichte.

Der Lettische Journalistenverband teilte nach dem Anschlag mit, "dass Leonids Jakobsons Vorgehensweise zum Teil sehr kontrovers gewesen ist, weist aber darauf hin, dass sich Personen, die sich in Ehre und Würde angegriffen fühlen, nach geltendem Mediengesetz das Recht haben." Ministerpräsident Valdis Dombrovskis forderte eine lückenlose Aufklärung. In einem demokratischen Land sei der Angriff auf einen Journalisten ein Angriff auf die Meinungsfreiheit, sagte er in einer Stellungnahme. Auch der Lettische Journalistenverband verurteilte den Vorfall. (sda)