Weil er über pikante Gerüchte über Südkoreas Präsidentin schrieb, musste sich der japanische Journalist Tatsuya Kato wegen Verleumdung vor Gericht verantworten. Mehr als ein Jahr nach Beginn des Prozesses sprach das Bezirksgericht in Seoul den früheren Korrespondenten der japanischen Zeitung "Sankei Shimbun" am Donnerstag von dem Vorwurf frei.
Kato sei durch die Pressefreiheit und das Recht auf freie Meinungsäusserung geschützt, zitierten südkoreanische Sender den Richter. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 18 Monaten gefordert. In einem Artikel Katos ging es um die Frage, wo sich Park am Tag des Untergangs der Fähre "Sewol" im April 2014 aufgehalten habe, und um Gerüchte über eine angeblich unangemessene Beziehung der unverheirateten Staatschefin zu einem verheirateten Mann.
Beim Fährunglück waren etwa 300 Menschen ums Leben gekommen. Kato hatte sich auf Berichte südkoreanischer Medien berufen, wonach Parks Aufenthaltsort nach dem Unglück stundenlang unklar gewesen sei. Das habe Gerüchte geschürt, sie habe womöglich einen früheren Berater an einem unbekannten Ort getroffen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hatte die Anklage gegen Kato kritisiert und erklärt, das Thema des Artikels sei klar von öffentlichem Interesse gewesen. (sda/dpa)