Journalist Josef «Seppi» Ritler ist tot

Todesfall - Der langjährige Blick-Reporter und Fotograf starb im Alter von 87 Jahren in Luzern. Vierzig Jahre lang berichtete er für die Zeitung aus der Zentralschweiz.

Der Schweizer Fotojournalist und Reporter Josef «Seppi» Ritler ist tot. Er starb am Donnerstag nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Luzern, wie seine Familie mitteilt. Von 1963 bis 2003 war er Reporter und Fotograf beim Blick und wurde als «Blick-Seppi» bekannt. Auch nach seiner Pensionierung blieb er journalistisch tätig, bis kurz vor seinem Tod.

Ritler berichtete für den Blick in der Zentralschweiz über Verbrechen, Unglücke und politische Ereignisse. Er fotografierte unter anderem den Brand der Luzerner Kapellbrücke und Polizeieinsätze. Auch Begegnungen mit internationalen Persönlichkeiten hielt er im Bild fest. Wegen seiner Recherchen sei er bedroht und angefeindet worden und habe zeitweise unter Polizeischutz arbeiten müssen, heisst es weiter.

Vom Maurer zum Fotografen

Ritler wurde 1939 in Naters im Kanton Wallis geboren. Seine Maurerlehre musste er wegen einer Zementallergie abbrechen und liess sich danach in Luzern zum Fotografen ausbilden. Zum Blick kam er, als er Dreharbeiten für einen Armeefilm im Vorfeld der Expo 64 fotografierte. Der damalige Chefredaktor Werner Schollenberger bot ihm daraufhin eine Stelle an. Ritler wollte nach eigenen Plänen ein Jahr bleiben, es wurden vierzig.

Für seine Arbeit erhielt er 1997 den Swiss Press Photo, 2003 den Ringier Medienpreis und 2007 den Lifetime Award des Schweizer Berufsfotografenverbands.

Ältester Videojournalist der Schweiz

2003 wechselte Ritler zum Zentralschweizer Regionalsender Tele Tell. Mit 64 Jahren begann er dort als Videojournalist, nach Angaben der Mitteilung als ältester der Schweiz. Später schrieb und fotografierte er für die Onlineplattform Seniorweb und die Zeitschrift Schweizer Soldat. Ein Schwerpunkt war die Kultur- und Kunstszene der Zentralschweiz. Noch wenige Tage vor seinem Tod veröffentlichte er Beiträge.

Auf Facebook publizierte Ritler täglich sein «Morgenbild», aufgenommen auf frühmorgendlichen Spaziergängen am Vierwaldstättersee. Er war Ehemann, Vater und Grossvater. (pd/spo)