Journalist Valter Lavitola erneut verhaftet

Italien - Nach Berlusconi soll er auch eine Baugesellschaft erpresst haben.

Der italienische Journalist Valter Lavitola, der in einen umfangreichen Skandal um mutmassliche Erpressung des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi involviert ist, ist am Freitag erneut festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Erpressung einer Baugesellschaft vor.

Dabei geht es laut der Staatsanwaltschaft Neapel um die Baugesellschaft Impregilo im Zusammenhang mit Bauaufträgen in Panama. Lavitola, Ex-Chefredaktor der Tageszeitung "L'Avanti", wird am Rande dieser Affäre auch beschuldigt, Berlusconi  Prostituierte vermittelt und von den intimen Begegnungen Videos aufgenommen zu haben, um den Medienzaren zu erpressen, wie italienische Medien berichteten.

Der Journalist, der sich unter Hausarrest in seiner Wohnung in Rom befand, wurde ins Gefängnis in Neapel gebracht. Er soll am kommenden Montag von den Staatsanwälten befragt werden. Belastet wurde Lavitola von einem Unternehmer, der von dem Journalisten erpresst worden sein soll.

Fünf Millionen Euro von Berlusconi verlangt
Lavitola, der auch in einen umfangreichen Skandal um mutmassliche Erpressung des ehemaligen Ministerpräsidenten Berlusconi involviert ist, war im November von einem Berufungsgericht in Neapel zu 16 Monaten Haft verurteilt worden (persoenlich.com berichtete).

Er hatte zugegeben, von Berlusconi fünf Millionen Euro verlangt zu haben. Der skandalumwitterte Journalist war im April 2012 verhaftet worden, nachdem er sich nach einer mehrmonatigen Flucht ins Ausland zur Rückkehr nach Italien entschlossen hatte.

Der Journalist gilt als Drahtzieher des Skandals um die Erpressung Berlusconis, die 2011 für einen Eklat gesorgt hatte. Lavitola soll versucht haben, von Berlusconi fünf Millionen Euro für Falschaussagen über Callgirls zu erpressen, die in der römischen Residenz des Medienzaren verkehrten. Berlusconi war damals italienischer Premier. (sda)