Journalist von Papst-Reise ausgeschlossen

La Repubblica - Weil die Zeitung die Papst-Enzyklika vorab veröffentlicht hatte.

Die italienische Zeitung "La Repubblica" gehört zur Pflichtlektüre des Papstes - bei seiner anstehenden Reise nach Kuba und in die USA darf sie aber nicht dabei sein.

Nach dem Ärger um die vorab veröffentlichte Umwelt-Enzyklika des Papstes wurde der Vatikan-Korrespondent der Zeitung vom Flug ausgeschlossen.

Das Magazin "L’espresso" das zur gleichen Verlagsgruppe gehört, hatte im Juni kurz vor der geplanten Veröffentlichung eine vorläufige Version des Rundschreibens ins Internet gestellt.

Der Vatikan hatte erbost reagiert und dem zuständigen Journalisten die Akkreditierung entzogen. Als weitere Konsequenz darf nun der "La Repubblica"-Korrespondent Marco Ansaldo nicht mit dem Papst reisen. Er berichtet seit fünf Jahren über den Papst, machte 19 Reisen mit.

Papst Franziskus hatte vor einiger Zeit gesagt, "La Repubblica" sei die einzige Zeitung, die er regelmässig lese.

Der Vatikan begründete den Ausschluss des Korrespondenten dem Bericht zufolge zunächst mit dem grossen Interesse an der Reise, das eine "drastische und schmerzhafte Auswahl" erforderlich mache.

Anschliessend heisst es in einem Schreiben von Vatikan-Sprecher Federico Lombardi jedoch, der Ausschluss sei auch eine Sanktion wegen der Vorab-Veröffentlichung. (sda)