Die Westschweizer Journalistinnen und Journalisten wollen keine weiteren Lohneinbussen hinnehmen und auch nicht auf den automatischen Teuerungsausgleich verzichten. Im Vorfeld eines Treffens zwischen den Westschweizer Sozialpartnern zwecks Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) hat der Berufsverband Impressum am Dienstag das Ergebnis einer Umfrage unter seinen Westschweizer Mitgliedern veröffentlicht.
Drei Viertel von 600 Antwortenden lehnen demnach den von den Westschweizern vorgelegten GAV-Entwurf ab. Ein Viertel würde ihn mit Zähneknirschen akzeptieren, wie der Chef des Impressum-Zentralsekretariats, Mathieu Fleury, auf Anfrage sagte. Nach den Berechnungen von Impressum käme das von den Verlegern unterbreitete Lohnmodell in 15 Jahren einer kumulierten Lohnverminderung um 36 400 Franken gleich.
Diese Zahl wird von Alfred Haas, Generalsekretär von Presse Suisse, auf Anfrage als rein theoretisch bezeichnet. Beim Wechsel in andere Gehaltsklassen gebe immer wieder Lohnanpassungen. Der kumulierte Verlust werde in Tat und Wahrheit bei weitem nicht so hoch sein, sagte Haas. Die Westschweizer Verleger und Vertreter der Journalistenverbände wollen sich am Donnerstag erneut an den Tisch setzen, um eine Lösung zu finden. Der Westschweizer GAV läuft Ende Jahr aus.