Journalisten im Bürgerkriegsland Libyen sind nach Recherchen von Menschenrechtlern einem besonderen Mass an Gewalt ausgesetzt. Innerhalb der letzten zweieinhalb Jahre seien Dutzende Journalisten angegriffen, entführt oder getötet worden, berichtete Human Rights Watch (HRW).
Die Menschenrechtsorganisation dokumentiert in seinem am Montag publizierten Bericht insgesamt 91 Fälle von Gewalt gegen Journalisten. Ein Drittel wurde entführt, acht Journalisten wurden getötet. In 26 Fällen griffen Bewaffnete zudem Redaktionen und TV-Sender an.
Als Folge der Gewalt sei die unabhängige Medienlandschaft in dem nordafrikanischen Land weitgehend zusammengebrochen. Viele Medienvertreter seien entweder geflohen oder betrieben Selbstzensur.
Nach der Rebellion gegen den Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 ist Libyen in einen blutigen Bürgerkrieg zwischen lokalen Milizen abgerutscht. Im Osten des Landes sitzt eine international anerkannte Regierung, im Westen regieren Islamisten. Die dortigen Medien befinden sich weitestgehend unter ihrer Kontrolle. (sda)