Bei der Demonstration in Stuttgart gegen die Corona-Politik sind nach Angaben des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) am Samstag mehrere Journalisten angegriffen worden. Der SWR beispielsweise berichtete online, dass ein ARD-Fernsehteam auf dem Cannstatter Wasen bedrängt worden sei und ein Live-Schaltgespräch zum Sender Tagesschau24 unterbrochen habe:
Bin fassungslos, dass die Polizei es zulässt, dass Journalisten die Berichterstattung abbrechen müssen, weil Steine geworfen werden & sie sich in Sicherheit bringen müssen. #s0304 pic.twitter.com/pVUmJ0S8xK
— Katharina Nocun (@kattascha) April 3, 2021
Eine Sprecherin der Polizei sagte am Abend, die Beamten ermittelten noch, welche Angriffe es auf Medienvertreter gegeben habe. An der Demo der «Querdenken»-Bewegung gegen die Corona-Politik hatten mehr als 10 000 Menschen - grösstenteils ohne Masken und Abstand - teilgenommen.
Journalisten werden bei #s0304 Opfer von Gewalt und @PP_Stuttgart dreht offenbar Däumchen - unfassbar. Herr Kretschmann, wie halten Sie's mit der #Pressefreiheit? https://t.co/nHDWH2dXQd
— Journalisten-Verband (@DJVde) April 3, 2021
Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall erklärte, wieder einmal hätten die selbsternannten Querdenker keine Hemmungen, Berichterstatter als Ziel ihrer Wut anzugreifen. «Wütend macht mich die offensichtliche Untätigkeit der Polizeibeamten, die nichts für den Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen unternehmen.» Der Verband wolle wissen, warum Journalisten nicht ausreichend geschützt würden. «Was muss eigentlich noch passieren, bis die Sicherheitskräfte erkennen, dass Journalistinnen und Journalisten in Deutschland nicht mehr frei berichten können?» (sda/dpa/eh)