Journalistin aus Mexiko geehrt

Reporter ohne Grenzen - Sanjuana Martinez engagiert sich für misshandelte Frauen und Kinder.

Der Preis für Pressefreiheit der Organisation "Reporter ohne Grenzen" ("Reporters sans frontières" - RSF) geht in diesem Jahr an die mexikanische Journalistin Sanjuana Martinez. Sie nahm die mit 2500 Euro dotierte Ehrung am Mittwoch in Strassburg persönlich entgegen, wie RSF mitteilte.

Die Mitarbeiterin der Tageszeitung "La Jornada" engagiert sich in ihrer Heimat für misshandelte Frauen und Kinder und hat deswegen Todesdrohungen erhalten.

Der Preis in der Kategorie "Medien" ging an die liberianische Tageszeitung "Frontpage Africa", die nach Angaben von RSF trotz der Einschüchterung der Regierung in Monrovia an einem investigativen Qualitätsjournalismus festhält. Die aktuelle Berichterstattung über die Ebola-Epidemie im Land sei ein gutes Beispiel für die sorgfältige Arbeit der Zeitung.

Der in seiner Heimat inhaftierte saudische Blogger Raef Badawi wurde ebenfalls ausgezeichnet. Der 32-Jährige ist Mitbegründer des Internet-Diskussionsforums "Liberal Saudi Network" für politische, religiöse und soziale Debatten.

Die Behörden des autoritären Königreichs haben das Forum mittlerweile geschlossen. Im Mai war Badawi wegen "Beleidigung des Islams" zu zehn Jahren Haft ohne Bewährung, 1000 Peitschenhieben und etwa 200'000 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Die 1985 gegründete Organisation Reporter ohne Grenzen mit dem Hauptsitz in Paris dokumentiert Verstösse gegen die Presse- und Informationsfreiheit weltweit und alarmiert die Öffentlichkeit, wenn Journalisten in Gefahr sind. (sda)