Jürg Maurer verlangt von Zeitung 1 Million Franken

Blick - Prozess um Rieter Pensionskassen-Verwalter hat begonnen.

Im Zivilprozess von Pensionskassenverwalter Jürg Maurer gegen "Blick" und "SonntagsBlick" haben am Montag in Arbon TG die Plädoyers begonnen. Maurer klagt, die beiden Zeitungen hätten mit ihrer Kampagne seine Persönlichkeit verletzt.

Dabei geht es um vier Sachverhalte. Der "Blick" hätte unwahre und ehrverletzende Artikel veröffentlicht über die Rückgabe von Maurers zwei Verwaltungsratsmandaten und über seine "wundersame" Vermögensvermehrung, sowie ihn als "frechsten Pensionskassenverwalter" der Schweiz bezeichnet. Die vierte Klage richtet sich gegen den "SonntagsBlick".

Der Prozess ist auf zwei Tage angesetzt. Ein Urteil ist jedoch noch nicht zu erwarten, denn am kommenden Freitag finden Vergleichsgespräche zwischen den beiden Parteien statt, sagte Gerichtspräsident Ralph Zanoni. Eine strafrechtliche Auseinandersetzung in derselben Sache soll in Zofingen AG stattfinden.

Keine strafrechtlichen Vorwürfe

Der Kläger verlangt die Herausgabe des Gewinns, der durch die Kampagne entstanden sei, in Höhe von 1 Mio. Franken und Zahlung ans Schweizerische Rote Kreuz. Ausserdem fordert er Schadenersatz in Höhe von rund 236'000 Franken und eine dreimalige Veröffentlichung des Urteils auf der Titelseite des "Blick".

Die Beklagten plädierten auf Abweisung aller vier Klagen zu Lasten des Klägers. Die Klagen seien ungerechtfertigt, da weder "Blick" noch "SonntagsBlick" Maurer je strafrechtliche Vorwürfe gemacht hätten. Die beiden Zeitungen hätten nur berechtigte Fragen gestellt, aber keine Antworten erhalten.

Maurers Anwälte betonten, es gebe keinerlei Anzeichen für ein Fehlverhalten ihres Mandanten im Zusammenhang mit Swissfirst und sprach von einer "beispiellosen Hetzkampagne" und vom "Missbrauch der Macht der Medien gegenüber einer unbescholtenen Person". Sein Privatvermögen habe Maurer durch Geschäfte an der Börse erworben.

Streit um Zahlen

Ins Visier der Boulevard-Presse geraten ist Maurer im Zusammenhang mit der Fusion von Swissfirst- und Bellevue-Bank und möglicherweise entgangenen Aktiengewinnen. Dabei operierte der "Blick" laut den Klägern mit falschen Zahlen.

Die Zeitung habe behauptet Maurers Vermögen sei von 1995 bis 2004 von 247'000 Fr. auf 68 Mio. Fr. gestiegen. In Wirklichkeit habe es sich 1995 bereits auf 11,6 Mio. Fr. belaufen. "Blick"-Anwalt Matthias Schwaibold hielt dagegen, die 247'000 Franken seien die offiziellen Zahlen des Steueramts und warf Maurer ein "gestörtes Verhältnis zur Wahrheit" vor.

Am Dienstag wird die Verhandlung mit den Klagen gegen den "SonntagsBlick" fortgesetzt. (sda)