Jugendliche sexuell aktiver durch Medien

USA - Kondome und Verhütung kaum thematisiert.

Kinder und Jugendliche, die durch Medien mit dem Thema Sex konfrontiert sind, neigen eher dazu sexuell aktiv zu werden, so das Ergebnis einer US-Studie, die im Fachmagazin Journal of Adolescent Health (JAH) veröffentlicht wurde. Laut der Studie würden Jugendliche Informationen zum Thema Sex vor allem von Filmen, TV-Programmen und Magazinen beziehen. Beim Sexualverhalten ist der Einfluss der Medien auf die Jugendlichen mindestens eben so gross wie die Religion, so die Ergebnisse.

Die Wissenschaftler haben 264 Medien auf Sex-Inhalte untersucht. Im Fokus standen Beispiele romantischer Liebesbeziehungen, Nacktheit, sexuelle Anspielungen, Anfassen, Küssen, Pubertät und Sexualverkehr. Sex wird dabei meist als risikofrei dargestellt, da Sex meist zwischen unverheirateten Paaren passiert und Kondome oder andere Verhütungsmethoden kaum thematisiert werden. Die Studie stellt eine enge Beziehung zwischen Medien und Jugendlichen dar, die sich auf der Suche nach Informationen über sexuelle Normen oft an Medien wenden.

In den USA ist die Zahl an ungewollten Schwangerschaften unter Jugendlichen sehr hoch. Jährlich würden in den USA eine Million Mädchen im Teenageralter schwanger. 90 Prozent dieser Schwangerschaften seien ungewollt und ein Drittel endeten in einer Abtreibung, heisst es in einer früheren Ausgabe des JAH.

AIDS sei die sechsthäufigste Todesursache bei den 15 bis 24-jährigen in den USA, heisst es in demselben Bericht. Die US-amerikanische Societey for Adolescent Medicine hat daher die Massenmedien aufgefordert, die verantwortungsvolle Verwendung von Verhütungsmitteln darzustellen.