Jugendliche wissen, was sie tun

Raubkopien - Widerspruch zwischen Wissen, Einstellungen und tatsächlichem Verhalten.

Die Radiotele AG, die exklusive Vermarkterin des Musiksenders VIVA in der Schweiz, hat Schweizer Jugendliche über ihr Verhältnis zum illegalen Download im Internet befragt. Der vom Institut für Angewandte Medienwissenschaft der Hochschule Winterthur unter Begleitung von Dr. Max Müller verfasste "Spezial Report Raubkopien“ stellt einen Widerspruch zwischen Wissen, Einstellungen und tatsächlichem Verhalten fest: Obwohl sie über die Illegalität informiert sind, sehen Jugendliche Raubkopien tendenziell als Bagatelldelikt. Der grosse Teil der 470 befragten Jugendlichen lädt entsprechend Musik, Software-Programme und Spiele im Internet herunter, ohne dafür zu bezahlen.

Das Institut für Angewandte Medienwissenschaft der Hochschule Winterthur hat die Umfrage "Spezial Report Raubkopien“ im Auftrag der Radiotele AG im ersten Semester 2004 bei 470 Jugendlichen durchgeführt. Die im Rahmen der 9. Welle des VIVA-Jugendbarometers erhobenen Daten zeigen ein eindeutiges Bild: Über zwei Drittel der Jugendlichen sind darüber informiert, wie sie im Internet kostenlos downloaden können. Knapp 90 Prozent wissen, dass nach schweizerischem (und nach internationalem) Recht der Download von urheberrechtlich geschützten Songs, Software-Programmen und Spielen illegal ist. Trotzdem verzichtet nur knapp ein Viertel der jungen Schweizerinnen und Schweizer darauf, solche Inhalte herun-terzuladen. Gemäss ihren eigenen Angaben lässt sich die Mehrheit der Jugendlichen dabei auch nicht von Klagen und Gerichtsurteilen beeinflussen.

Raubkopierer sind für Jugendliche keine Verbrecher

Fast die Hälfte der Jugendlichen beurteilt den illegalen Download "als nicht schlimmer als Schwarzfahren“. Die Jungen in der Schweiz sehen Raubkopierer nicht als Verbrecher und finden im Allgemeinen, dass sämtliche im Internet publizierte Inhalte allen gehören. Und ignorieren dabei geltende Urheber- und Eigentumsrechte. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass sich die Jugendlichen Musik, Software-Programme und Spiele illegal herunterladen. Sogar 50 Prozent derjenigen Jugendlichen, die Raubkopieren nicht für eine Bagatelle halten, tun es.

Wer bezahlt, ist nicht selber schuld