Die aktuell erschienene italienische Ausgabe der Modezeitschrift Vogue bricht mit einem unausgesprochenen Tabu der Modeszene. Entgegen der bislang verbreiteten Praxis werden im Juliheft ausschliesslich dunkelhäutige Models gezeigt. Die rund 100 Seiten des Hochglanzmagazins werden dabei von Fotografien des berühmten New Yorker Modefotografen Steven Meisel gefüllt und durch redaktionelle Beiträge über farbige Frauen in der Kunst- und Unterhaltungsbranche ergänzt.
Für die verantwortliche Chefredakteurin der Vogue Italia, Franca Sozzani, ist die aktuelle Veröffentlichung ein längst überfälliger Schritt. Man müsse mit den "xenophoben Vorurteilen" innerhalb der Modebranche aufräumen. "Es gibt eine Menge wunderschöner farbiger Models, die sich darüber beschweren, dass sie nicht ausreichend gebucht werden", erklärte Sozzani bereits im Vorfeld der Veröffentlichung gegenüber der britischen Zeitung "Independent".
Bereits Mitte April hatte die US-Ausgabe der Vogue mit ihrer Ausgabe eine heisse Debatte über Rassismus in den Medien ausgelöst. Ausschlaggebend hierfür war die erstmalige Ablichtung eines Afroamerikaners auf der Titelseite des Modemagazins. Damals musste das Blatt allerdings heftige Kritik einstecken. Medien und Experten warfen dem Magazin vor, rassistische Motive darzustellen und bewusst zu provozieren, um die eigene Auflage steigern zu können. (pte)