Julien Ceccon "verpisst“ sich nicht

"MusicStar" - Aus für Jesse Brown.

Für Jesse Brown ist "MusicStar" vorbei. Er bekam von den Zuschauern am wenigsten Stimmen und schied direkt aus, da es kein Friendship-Ticket mehr gibt. Er kann sich aber damit trösten, dass ihm Chris von Rohr nach seinem Auftritt eine Zusammenarbeit angeboten hat.

Für Julien Ceccon, der am Schluss mit Jesse Brown ums Weiterkommen zittern musste, geht es weiter. In der Einspielung vor seinem Auftritt bezeichnete er "MusicStar" als Spiel. Dies brachte Juror Detlef D! Soost zum Ausrasten: "Ich könnte dir eine Rolle Klopapier auf die Bühne schmeissen, damit du dir die Scheisse vom Mund abwischen kannst, die du laberst."

Weiter erklärte D!, "MusicStar" sei die einzige Chance, die Julien habe, um aus seiner Bedeutungslosigkeit hervor zu treten und erfolgreich zu werden. Es gäbe eine Menge Leute, die arbeiten würden, damit er vorwärts komme. Wenn Julien sage, dass "MusicStar" für ihn nur ein Spiel sei, dann sei dies eine Beleidigung.

Julien konterte, das sei nun mal seine Einstellung. Dies erwiderte D! mit einem scharfen "dann verpiss dich doch!" Für diese letzte Äusserung entschuldigte sich der Juror, nachdem Julien etwas mehr Respekt wünschte. Wie sich zeigte, musste der 22–jährige der Aufforderung auch nicht folge leisten.

Hinter den Kulissen

Aufgrund von welchen Kriterien entscheidet ein Zuschauer, welchem "MusicStar"-Kandidaten er seine Stimme gibt? Sicherlich gehören das gesangliche Können und die Performance in der Sendung dazu. Es ist wohl aber niemand dagegen gefeit, dass die Sympathie für einen Kandidaten ebenfalls eine Rolle spielt.

Vor dem Live-Auftritt erfahren die Zuschauer in kurzen Einspielungen jeweils mehr über die Kandidaten, ihre Gedanken und Ansichten. Wie sehr diese Porträts mitentscheidend für die Meinungsbildung sind, bleibt offen. Ganz unwichtig dürften sie aber nicht sein, was die Reaktion von D! auf Juliens Aussagen in der Einspielung vor seinem Auftritt zu zeigen scheint.

Für diese Porträts verantwortlich ist Reto Caduff. Er ist Redaktionsleiter bei "MusicStar" und bildet zusammen mit 5 Redaktoren ein Team, das inhaltlich für alles zuständig ist, was nicht live auf der Bühne geschieht, also für sämtliche Einspielungen.

Bei den Porträts hat man versucht eine eigene Bildsprache zu finden. Inspiriert durch Musikvideos und Commercials hat man sich für eine junge, freche und schnelle Visualisierung entschieden, um dem jungen Zielpublikum gerecht zu werden. Auffälligstes Stilmittel ist dabei das Split-Screen-Verfahren, d.h. der Bildschirm wird so geteilt, dass auf ihm zwei oder mehr Handlungsabläufe in verschiedenen Sektionen laufen.

Inhaltlich bestimmt die Redaktion zwar die Themen der Porträts, für die eigenen Aussagen sind die Kandidaten aber selbst verantwortlich. Wie sehr die Porträts die Wahl der Zuschauer beeinflusst, vermag auch Caduff nicht zu beurteilen. Die Redaktion trage aber gegenüber den Kandidaten die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass jeder bei seiner Präsentation die gleiche Chance hat. Was der Kandidat dann daraus macht, liegt nicht in den Händen von Caduffs Team.

(Bericht: Stefan Wyss).

Jesse Brown, in der 6. Finalsendung ausgeschieden (Foto: SF DRS/Christian Lanz).

Julien Ceccon musste sich von D! einiges anhören (Foto: SF DRS/Christian Lanz)