Die Jungfreisinnigen Stadt Zürich machen sich Sorgen um die Radiolandschaft Schweiz. Mit djradio sei in der Stadt Zürich sicherlich ein engagierter Sender konzessioniert worden. Doch genüge das, um den Jugendlichen der grössten Schweizer Stadt ihren langersehnten Jugendsender zu sein?, fragen sie rhetorisch in einer Stellungnahme zur Konzessionsvergabe durch das UVEK. Um anschliessend eine Lanze für den Mitbewerber Radio 105 zu brechen.
Radio für Jugendliche zu machen sei ein Spagat, welcher nur schwer zu schaffen sei, ist man sich bei den Jungfreisinnigen Stadt Zürich sicher. Die sehr heterogene Jugendkultur möglichst breit zu erreichen, sei eine schwierige Aufgabe. Umso schwerer verständlich scheine der Entscheid von Bundesrat Moritz Leuenberger, ein Spartenradio wie djradio zu konzessionieren. "Es drängt sich die Frage auf, wieso nicht Radio 105 mit seinem Projekt Music First die Sendeerlaubnis erhielt. Radio 105 ist das grösste Jugendkabelradio der Schweiz und hat sich politisch über sechs Jahre für eine Frequenz eingesetzt. Gerade dieser Sender hat den Spagat zwischen den verschiedenen Jugendkulturen geschafft!"
Die Entscheidung von Bundesrat Moritz Leuenberger scheine aber nur auf den ersten Blick paradox. In Tat und Wahrheit passe sie perfekt in eine Strategie, welche darauf abziele, private Initiative im Radiomarkt zu ersticken, um die bestehenden staatlichen Sender zu schützen, glauben die Jungfreisinnigen Stadt Zürich. Radio 105 hätte eine ernsthafte Konkurrenz für die staatlichen Radios werden können. Deshalb werde ein unbekanntes Internetradio konzessioniert, welches keine grosse Stammhörerschaft mitbringe.
Dieses Beispiel passe bestens in die dreiste Medienpolitik des Bundes: "Ständige Gebührenerhöhungen der SRG, ein stetiger Ausbau der staatlichen Medien und ein äusserst aggressives Marktverhalten der SRG gegenüber den privaten Anbietern bereitet den Jungfreisinnigen Stadt Zürich Sorgen". Das im Parlament behandelte neue RTVG scheine diesen Missstand noch zu zementieren, anstatt zukunftsorientierte und liberale Lösungen zu bringen. Dass diese "Unpolitik" mit fast 500 Franken Billag Radio- und Fernsehgebühren pro Haushalt im Jahr finanziert werde, sei eine Sache. Dass der Staat aber "keine Skrupel hat, seinen Medienprotektionismus auf Kosten der Jugend auszuüben", stimme "sehr nachdenklich".