Deutschschweizer Führungskräfte lesen vorwiegend das Gratisblatt "20 Minuten". "Tages-Anzeiger" und "NZZ" liegen etwas dahinter. Dies geht aus der Umfrage MA Leader der AG für Werbemedienforschung (Wemf) über das Leserverhalten von Kaderleuten hervor.
Die Reichweite von "20 Minuten" bei der Gruppe der Leader liegt bei 35,0 Prozent, wie die Wemf am Dienstag mitteilte. Übertroffen wird dieses Ergebnis bei den Tages- und Sonntagszeitungen einzig von der "SonntagsZeitung" (38,2 %).
Die Wemf befragt alle zwei Jahre Führungskräfte in Wirtschaft und Verwaltung, die in der Deutsch- oder Westschweiz wohnen, nach ihren Lesegewohnheiten. Zu den Top Leadern zählen Kaderleute, deren Brutto-Jahreseinkommen über 140'000 Franken liegt. Zur Gruppe der Leader wird hingegen gezählt, wer jährlich mindestens 100'000 Franken verdient.
Hinter "SonntagsZeitung" und "20 Minuten" folgen die "NZZ am Sonntag" mit 33,2 % und der "Tages-Anzeiger" (TA) mit 31,0 %. Die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) kommt auf eine Reichweite von 27,5 Prozent.
Spitzenkader lesen 'Sonntagszeitung' und NZZ
Etwas anders sind die Lesegewohnheiten der Spitzenkaderleute, der sogenannten Top Leader: hier liegt die "SonntagsZeitung" vorn (44,8 %), gefolgt von der NZZ (38,9 %) und der "NZZ am Sonntag" (38,7 %). "20 Minuten" schaffte es in dieser Gruppe nur auf den vierten Platz.
Bei den Magazinen ist es das "NZZ Folio", das von beiden Gruppen am meisten gelesen wird (46,5 % bei den Leadern, 52,6 % bei den Top Leadern). Auf breiten Zuspruch stösst auch "Das Magazin": Beim Top-Kader beträgt der Anteil 38,8 %, bei den übrigen Leadern 38,6 %.
In der Westschweiz liegt "Le Matin dimanche" sowohl bei den Top Leadern (48,1 %) als auch bei den Leadern (41,9 %) vorn. Die Tageszeitung "Le Temps" erreichte eine Reichweite von 37,9 % bei den Top Leadern, bei den übrigen Führungskräften waren es 29,3 %. Stark ist auch in dieser Region die Position von "20 minutes" (35,7 % bei den Leadern, 32,9 % bei den Top Leadern).
Neue statistische Grundlage
Die Wemf stützte sich dieses Jahr erstmals auf die Arbeitskräfteerhebung des Bundesamts für Statistik (BFS). Daher liegt die Anzahl Leader mit 302 000 Personen deutlich höher als 2007 (225 000). Die Reichweiten einzelner Printtitel sind daher laut Wemf nicht mit den Zahlen aus früheren Studien vergleichbar. Für die diesjährige Studie wurden zwischen dem 22. September und dem 23. November 2008 mehr als 3200 Führungskräfte telefonisch befragt. An der Erhebung beteiligten sich 51 Einzeltitel, Kombinationen und Gesamtausgaben. (sda)