Kampf der Gratiszeitungen steht bevor

Lebrument - Verlegerpräsident erwartet einen Sieg von 20 Minuten.

Hanspeter Lebrument, der Präsident des Verbandes Schweizer Presse, erwartet einem Kampf der Gratiszeitungen in der Schweiz. Die Zürcher Tamedia werde darum besorgt sein, das für September angekündigte Gratisblatt ".ch" zu bekämpfen. Es werde zu einem "Häuserkampf" kommen, sagte Lebrument in einem am Montag publizierten Interview mit dem Migros Magazin. "Tamedia könnte ein neues Gratisblatt zusammen mit den abonnierten Zeitungen in die Briefkästen verteilen lassen."

".ch" soll am 19. September zum ersten Mal erscheinen und in den Agglomerationen Zürich, Basel, Bern, Luzern und St. Gallen in Zeitungsständern in die Häuser geliefert werden. Damit erhielten die Leser am Morgen zuhause zwei Gratiszeitungen, und "ein Verdrängungskampf wäre unumgänglich", wie Lebrument sagt. Er schliesst indes nicht aus, dass die ".ch"-Investoren "nochmals über die Bücher gehen", falls Tamedia mit einem weiteren Gratisblatt kommt. Tamedia-Chef Martin Kall will noch 2007 eine neue Zeitung lancieren, wie er Ende Juni bekanntgab. Ob es sich um eine neue Gratiszeitung handelt, liess er aber noch offen.

Lebrument geht davon aus, dass das auf den Bahnhöfen verteilte Pendlerblatt 20 Minuten als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen wird, weil es am längsten auf dem Markt sei. "Die anderen werden einen langen finanziellen Atem haben müssen", sagte er. (sda)