Kampf gegen steigende Papierpreise

Deutsche Verleger - Zeitungshäuser forcieren Aufbau einer Papierindustrie in Russland.

Die grossen deutschen Verlagshäuser starten den Kampf gegen die Monopolstellung der skandinavischen Papierindustrie. Der Axel Springer-Konzern, die Verlagsgruppe Holtzbrink sowie WAZ und Madsack sind sich einig darüber, dass etwas gegen die zu hohen Papierpreise getan werden müsse und drängen nun auf den Aufbau einer Papierindustrie in Russland.

Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sind unter der Leitung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft auf dem Weg nach Moskau und wollen mit verschiedenen Unternehmen und der russischen Regierung über eine neue Zeitungspapierfabrik mit einer Jahreskapazität von etwa 300’000 Tonnen sprechen. Entgegen verbreiteten Medienberichten finde die Russlandreise der Delegation allerdings nicht auf Initiative des BDZV statt, berichtigte Jörg Laskowski, Geschäftsführer des BDZV gegenüber pressetext. "Es stimmt, dass es sich um Vertreter unseres Verbandes handelt, die Reise wurde aber nicht vom BDZV initiiert. Erst einmal muss man nun abwarten, was bei den Gesprächen heraus kommt", so Laskowski.

Nötige Konkurrenz herbeiführen

Es solle entweder eine völlig neue Fabrik gebaut, oder eine bestehende um entsprechende, neue Maschinen erweitert werden. Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ, kritisiert die skandinavischen Papiererzeuger: "Die Hersteller wollen offenbar eine zweistellige Preissteigerung durchsetzen. Sie treten mit ähnlichen Angeboten und den gleichen Formulierungen an." Der Aufbau einer Fabrik in Russland könnte nun die nötige Konkurrenz für den Markt bringen.

Allerdings wollen sich die Verlage nicht an einer Papierfabrikation beteiligen, sondern die Investitionen den Russen überlassen und als reine Abnehmer auftreten. Nach Einschätzung von Branchenkennern kostet der Aufbau einer solchen leistungsfähigen Papierfabrik bis zu 500 Mrd. Euro. In Russland sei jedoch ausreichend Geld für ein derartiges Projekt vorhanden, so Hombach.