08.03.2021

Unispital-Berichte

Kantonsrats-Fraktionen kritisieren Tamedia

Die Zürcher Kantonsratsfraktionen der SVP/EDU, SP, FDP, GLP und Grüne haben in einer gemeinsamen Fraktionserklärung die Tamedia-Berichterstattung zu Vorkommnissen an Kliniken des Zürcher Unispitals (USZ) kritisiert. Diese sei einseitig erfolgt.
Unispital-Berichte: Kantonsrats-Fraktionen kritisieren Tamedia
Die unterzeichnenden Fraktionen werfen die Frage auf, ob der journalistischen Sorgfaltspflicht in allen relevanten Bereichen Genüge getan wurde. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

In der an der Kantonsratssitzung vom Montag vorgetragenen Erklärung übten die Parteien teils harsche Kritik an der Berichterstattung von Tamedia-Zeitungen zu Missständen am Zürcher Unispital. Im Frühling 2020 waren solche an mehreren USZ-Kliniken ans Licht gekommen. Am meisten Aufmerksamkeit erregten Vorgänge an der Klinik für Herzchirurgie.

Die Veröffentlichung der Missstände sei zwar wichtig, heisst es in der Fraktionserklärung. Aber: «Mehr und mehr aber hat die personalisierte, zunehmend einseitige Berichterstattung irritiert.» Dazu sei den Erkenntnissen des Untersuchungsberichts, der am vergangenen Donnerstag vorgestellt worden war, deutlich weniger Platz eingeräumt worden als der Verteidigung der eigenen Thesen.

Streit um Nennung des Informanten

Der Tages-Anzeiger kritisierte vergangene Woche in seiner Berichterstattung zum Untersuchungsbericht der Kommission unter anderem, dass der Informant in der Herzchirurgie-Affäre namentlich genannt werde. Diesen Vorwurf wies die Kommission bereits bei der Präsentation ihres Berichts zurück.

In der Fraktionserklärung wird darauf hingewiesen, dass der Informant, selber ebenfalls Herzchirurg, sich in einem Fernsehinterview leicht erkennbar präsentiert habe. Zudem sei sein Name bereits in mehreren national bekannten Medien genannt worden.

Namensnennung könnte einschüchtern

Arthur Rutishauser, Chefredaktor bei Tamedia und der SonntagsZeitung, hält an der Kritik fest. «Für Tamedia ist der Schutz von Whistleblowern ein zentrales Anliegen», teilte er am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Wenn ein politisches Gremium einen Hinweisgeber namentlich nenne, könne das andere einschüchtern, erklärte Rutishauser weiter.

Erst die Hinweise des Enthüllers und die folgende Berichterstattung unter anderem von Tamedia hätten zur wichtigen Untersuchung geführt, die zahlreiche Missstände am USZ zeigten, die nun behoben werden sollen, schrieb Rutishauser. (sda/lol)



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

  • Josua Dürst, 09.03.2021 17:58 Uhr
    Welche Parteien/Fraktionen? Danke und Gruss JD
Kommentarfunktion wurde geschlossen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Zum Seitenanfang20210418

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.