Die im Irak entführte italienische Journalistin Giuliana Sgrena hat auch schon für die Wochenzeitung WOZ geschrieben. Sie sei alles andere als eine "eingebettete" Korrespondentin, sondern eine unabhängige profilierte Stimme, wie die WOZ in ihrer aktuellen Ausgabe bekräftigt. Derzeit hät sich für die WOZ Karin Leukefeld in Bagdad auf. Nach der Entführung der Berufskollegin schreibt sie für einmal nicht über irakische Politik und den irakischen Alltag, sondern über sich selbst und ihre Situation als Journalistin in der irakischen Hauptstadt.
Sgrena wurde an der Nahrein-Universität in Dschadirija direkt vor dem Zufahrtstor entführt. Leukefeld schreibt, dass sie diesen Ort kenne, da sie dort kurz vor Weihnachten eine Flüchtlingsfamilie besucht habe. Das Zufahrtstor sei wie eine Falle, wer hineinfahre, müsse auch wieder heraus. Zwei Tage vor der Wahl sei an diesem Tor der Versuch, spanische Journalisten zu entführen, gescheitert. Der Vorfall habe sich offenbar nicht herumgesprochen, sonst hätte Sgrena die Situation besser einschätzen können, meint Leukefeld.