Nach sieben Jahren Selbständigkeit verlässt Karin Müller ihre Kommunikationsagentur Karin Müller Kommunikation. Sie übernimmt per 1. Juli den Posten der stv. Ressortleiterin Politik der Blick-Gruppe. Warum Karin Müller zum Tagesjournalismus zurückkehrt, erklärt sie im Gespräch mit "persoenlich.com". Zum Interview:
Karin Müller, warum wechseln Sie zurück in den Journalismus?
Weil ich während meiner Selbständigkeit gemerkt habe, dass mein Herz journalistisch schlägt. Oft habe ich während Beratungsgesprächen mit Kunden direkt eine mögliche Headline im Kopf gehabt. Ich argumentierte auch meist aus journalistischer Sicht - aber natürlich zum Wohl der Kunden. Das Schreiben fehlte mir, der Redaktionsalltag und die Arbeit im Team.
Sie gründeten vor sieben Jahren eine eigene Kommunikationsberatungs-Firma: Karin Müller Kommunikation. Was passiert mit ihr?
Ich werde die Firma wohl auflösen. Natürlich fällt es mir schwer. Ich bin ein leidenschaftlicher Mensch und habe meine ganze Energie in den Aufbau des Geschäfts gesteckt. Dennoch ist mein Entscheid für den Journalismus gut durchdacht und keine Affekthandlung.
Fällt es Ihnen nicht schwer, Ihre Selbständigkeit und auch Ihr "Baby" aufzugeben?
Natürlich! Ich bin jedoch von der Persönlichkeit jemand, der sich ständig weiter entwickeln will und nicht an Ort treten möchte. Als ich wieder vermehrt mit dem Journalismus liebäugelte, begann ich als freelance Produzentin bei der "Basler Zeitung" zu arbeiten. Dies vor allem um zu sehen, ob ich mich einfach einer Träumerei hingebe oder ob mir das Pulsieren einer Redaktion wirklich fehlt.
Ihr neuer Chef wird Michael Perricone. Sie arbeiteten früher bei Tele24 mit ihm zusammen. Was schätzen Sie an ihm? Wo werden Sie sich in die Haare geraten?
Lach! Ehrlich gesagt ticken wir in vielen Bereichen ähnlich und ich denke nicht, dass wir uns in die Haare geraten. Wir werden sicher in gewissen Punkten ab und zu diskutieren. Ich schätze an ihm seine Direktheit, seine Geradlinigkeit. So bin ich auch und kann damit gut umgehen.
Was reizt Sie am Ressort Politik?
Dass man etwas bewegen kann. Die Auseinandersetzung mit unserem Land und mit gewissen Protagonisten, die sich für dieses Land einsetzen. Ich werde in Bern und in Zürich arbeiten.
War das Ressort für den Wechsel entscheidend oder wollten Sie in erster Linie zurück in den Journalismus?
Das Ressort war sicher Match-entscheidend. Ich sehe mich klar als News-Journalistin. Mit Lifestyle kann ich wenig anfangen oder sagen wir, Lifestyle langweilt mich ziemlich schnell. Mein Hirn braucht Herausforderungen. Ich liebe strategisches Denken und klare Analysen. Deshalb werde ich mich in diesem Ressort sicher wohl fühlen. Und die Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Themen liegt mir.
Auf was freuen Sie sich am meisten im neuen Job? Was denken Sie, werden Sie weniger toll finden?
Auf die Zusammenarbeit mit Michael Perricone. Auf die Arbeit im Newsroom. Sicher wird es für mich zu Beginn eine kleine Umstellung sein, mich wieder in eine grössere Organisation einzufügen. Aber ich würde mich als relativ flexibel bezeichnen. Es gibt im Leben immer Dinge, die nicht so toll sind. Das gehört dazu. In erster Linie freue ich mich nun auf den Wechsel und die neue Herausforderung.