Kartellamt gibt ablehnenden Zwischenbescheid

ProSiebenSat.1 - Weiterhin keine Übernahme durch Axel Springer Verlag.

Das Bundeskartellamt in Bonn untersagt dem deutschen Medienkonzern Axel Springer weiterhin die geplante Übernahme von ProSiebenSat.1. Die Behörde hat den erneuten Antrag in einem Zwischenbescheid abgelehnt. Springer-Sprecherin Edda Fels bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Kartellamt habe die von dem Medienkonzern angebotenen Auflagen und Veräusserungsvorschläge nicht gelten lassen; sie reichten insgesamt nicht aus, den Kauf zu genehmigen.

Die Wettbewerbshüter fordern, dass sich Springer entweder von der "Bild" trennt oder auf einen grossen Sender der Gruppe, Sat.1 oder ProSieben, verzichtet. Springer hatte sich lediglich bereit gezeigt, zahlreiche Zeitschriften zu verkaufen. Dazu gehören sämtliche Fernseh- und Familienmagazine. Ausserdem hatte Springer lizenzrechtliche Auflagen für die Fernsehsender sowie einen Verkauf der gemeinsam mit Bertelsmann gehaltenen Beteiligungen angeboten.

Bis zum Mittag des 12. Januar hat das Medienhaus Zeit, auf den Zwischenbescheid aus Bonn zu reagieren. Wie diese Reaktion aussieht, konnte Fels noch nicht sagen. Am 20. Januar will das Kartellamt endgültig entscheiden. Am 10. Januar wird das Votum der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) erwartet. Sie will entscheiden, ob mit der Übernahme der ProSiebenSat.1-Gruppe das Medienhaus eine vorherrschende Meinungsmacht erlangt.