Kathrin Schärer ausgezeichnet

Kinder- und Jugendmedienpreis - Formal bestechende Lösung wurde gelobt.

Der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) und das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) verleihen alle zwei Jahre gemeinsam den Schweizer Kinder- und Jugendmedienpreis. Dieses Jahr ging er an die Basler Illustratorin Kathrin Schärer für ihr Bilderbuch "Johanna im Zug". Der mit 10'000 Franken dotierte Preis wurde ihr am Freitag in der Kornhausbibliothek Bern überreicht.

In "Johanna im Zug" thematisiert Schärer die Beziehung zwischen der Künstlerin und ihren Figuren. Ein leeres Blatt auf dem Arbeitsplatz füllt sich nach und nach mit der Geschichte des Schweins Johanna, das selbst immer stärker in die Geschichte eingreift. Die Jury lobte an dem Buch insbesondere die formal bestechenden Lösungen, die Schärer findet: Mal erzählt sie auf einer Doppelseite ohne viele Worte, mal mit den Stilmitteln des Comic. Damit bereite sie Sehgenuss und mit Anspielungen auf bekannte Texte Vergnügen am Wiedererkennungseffekt.

Die Laudatio hielt Barbara Basting, Kunstkritikerin und Kulturredaktorin bei Schweizer Radio DRS2: "'Johanna im Zug' ist eine Erzählung darüber, wer alles zum Erzählen beiträgt: Nicht nur die Autorin, die in Dialog tritt mit ihren Figuren, sondern vor allem auch die Leser und Betrachter, die auf das Gesehene und Gelesene reagieren." Das sei es auch, was "Johanna im Zug" so besonders mache: "Das Buch erlaubt spielerisch ein Nachdenken über das Funktionieren der Fantasie und über die Lust daran, aus Nichts etwas zu machen." (pd)