Der italienische Fernsehkonzern Mediaset erwägt ein Kaufangebot für die deutsche Sendergruppe ProSiebenSat.1. Am Dienstag will der Konzern des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi entscheiden. Der Verwaltungsrat werde die Möglichkeit eines Angebots für 50,5 Prozent an der Münchener Sendergruppe prüfen, sagte ein Sprecher am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Il Messaggero". ProSiebenSat.1 wollte sich dazu nicht äussern.
Wie es in dem Bericht weiter hiess, sei Mediaset bereits mit Beratern des Münchner Senders in Kontakt. Anschliessend könnte eine Offensive zur Übernahme des gesamten Anteile gestartet werden. Allerdings habe es bereits in der Vergangenheit ähnliche Kaufabsichten von Mediaset gegeben. Der ProSieben-Mehrheitseigentümer, eine Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban, plant laut Reuters derzeit einen neuen Anlauf zum Verkauf der Sendergruppe. Sie haben die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, eine Auktion zu starten.
Für Anfang dieses Monats wurde mit den ersten Geboten gerechnet. Ein Verkauf von ProSiebenSat.1 an den Axel Springer Verlag war am Widerstand des Bundeskartellamts gescheitert. Die Investoren um Saban halten 88 Prozent der Stamm- und 13 Prozent der Vorzugsaktien an ProSiebenSat.1. Die Aktie von ProSiebenSat.1 gewann am Freitagmorgen mehr als fünf Prozen auf 24.21 Euro. "Einige Anleger spekulieren auf ein Bietergefecht um ProSieben", sagte ein Händler.