Am 10. August war ein neuer "Bund der Minderheitsaktionäre von Radio Basel" erstmals mit Vorwürfen an Sendergründer Christian Heeb an die Öffentlichkeit getreten ("persoenlich.com" berichtete). Am Freitag, 13. August, trafen dann Bund-Präsident Jascha Schneider und Christian Heeb erstmals direkt aufeinander - in einer Sendung von "TeleBasel". Unter der Leitung von Moderator Nicolas Drechsler hätten die beiden Kontrahenten während sechs Minuten darüber diskutieren sollen, wie berechtigt die Anliegen der von Schneider vertretenen Minderheitsaktionäre sind. Doch so weit kam es nicht.
Schneider und Heeb fielen sich gegenseitig dauernd ins Wort und sprachen während vier vollen Minuten gleichzeitig - und somit an einander und am Publikum vorbei. Drechsler war die Diskussionsleitung schon kurz nach dem Start vollends entglitten. Insgesamt war die Sendung deshalb wenig ergiebig. Immerhin zwei interessante Punkte waren dennoch herauszuhören.
So wurde klar, dass Schneiders Bund bereits etwas Zulauf erhalten hat: Er zeigte 30 Beitrittsschreiben, am 10. August waren es noch gut ein Dutzend. Einer der Mitglieder ist (wie schon früher berichtet) der französische Medienkonzern NRJ, der exakt 24,2 Prozent des Aktienkapitals bei Radio Basel hält.
Nicht beim Bund dabei ist aber der Kanton Basel-Landschaft, der 200 Aktien von Radio Basel hält. Dies ergab eine Nachfrage von "persoenlich.com". Der Kanton werde dem neuen Bund nicht beitreten, teilte der zuständige Regierungsrat Adrian Ballmer mit. Auch Ballmer selbst, der als Privatperson eine einzige Aktie hat, wird dem Bund fernbleiben. Der Grund: Der Kanton erhalte genügend Infos von Radio Basel. Zudem wolle man sich nicht einmischen. Auch FDP-Nationalrat Hans Rudolf Gysin, Direktor des Baslerbieter Gewerbeverbandes und ex-Verwaltungsrat beim Vorgängerradio Basel 1, lehnt einen Beitritt zum neuen Bund ab.
Der zweite Punkt: Heeb sagte, dass er NRJ vor einem Jahr einen Sitz im Verwaltungsrat angeboten habe. Da NRJ aber aus Radio Basel einen "Schlagersender" machen wollte, habe er dem Konzern eine Absage erteilt. "Wir möchten ein journalistisch sauberes Radio machen", sagte er. NRJ sei daraufhin weder an der Generalversammlung im letzten Herbst noch an der ausserordentlichen GV im Frühjahr erschienen. Heeb machte zudem mehrfach deutlich, dass er hinter Schneiders Bund entweder NRJ oder die Basler Zeitung Medien als eigentliche Drahtzieher vermutet. (Text: Markus Knöpfli)