Kein Rettungspaket für rätoromanische Tageszeitung

"La Quotidiana" - Regierung will nicht "Wettbewerbsverfälschend" in den Markt eingreifen.

Die Bündner Regierung ist kein Rettungsanker für die rätoromanische Tageszeitung "La Quotidiana". Der Erhalt oder die Einstellung des Blattes liegt laut der Exekutive allein in den Händen der Herausgeberin, der Südostschweiz Mediengruppe.

Aufgabe des Staates sei es, die für ein solches Produkt nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, wie die Regierung am Montag auf eine Anfrage aus dem Kantonsparlament mitteilte. "Wettbewerbsverfälschend" in den Markt eingreifen will sie nicht, wie die Exekutive weiter schreibt.

Die Regierung sieht auch keine Möglichkeit, die staatlich finanzierte rätoromanische Nachrichtenagentur ANR mit der Herausgabe der Zeitung zu beauftragen. Genauso wenig seien die politischen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, um einen privaten Verleger zu verpflichten, eine Zeitung herauszugeben.

Südostschweiz-Verleger Hanspeter Lebrument will die "La Quotidiana" günstiger produzieren oder allenfalls nur noch einmal wöchtlich herausgeben. Seit Mitte September sind Verhandlungen im Gang, das Blatt als Tageszeitung zu erhalten.

Geprüft wird, die Redaktionen der rätöromanischen Nachrichtenagentur ANR und der "La Quotidiana" näher zusammen zu bringen, um Synergien zu erreichen. Die seit 1997 erscheinende romanische Tageszeitung ist die Hauptkundin der ANR. (sda)