Am 6. September 2005 titelte die Berner Zeitung: "Egger schweigt zur Bahnreform. Wie teuer ist RM-BLS?". Der Bericht auf der Titelseite warf der Berner Regierungsrätin und Verkehrsdirektorin Barbara Egger vor, ausgerechnet sie als gemeinsam mit dem Bund treibende Kraft" schweige zur Zeit zur geplanten Zusammenlegung von BLS Lötschbergbahn (BLS) und Regionalverkehr Mittelland (RM). In einem Kommentar am 7. September 2005 auf der Titelseite mit dem Titel "Egger muss reden" wurde das zweimalige "Abblocken" Eggers von Interviewanfragen zum Thema BLS/RM kritisiert.
Darauf gelangte Regierungsrätin Barbara Egger mit einer Beschwerde gegen die Berichterstattung vom 6. und 7. September 2005 in "Zeitungen der Espace Media Groupe" -- das Thuner Tagblatt und der Berner Oberländer hatten ebenfalls darüber berichtet -- an den Presserat. Mit der Berichterstattung sei der tatsachenwidrige Eindruck erweckt worden, sie habe das Gespräch verweigert. Tatsächlich sei sie aber am Vortag wegen einer Medienkonferenz über die Auswirkungen des Hochwassers im Kanton Bern unabkömmlich gewesen. Der Vorwurf der Gesprächsverweigerung sei unhaltbar. Insgesamt habe die beanstandete Berichterstattung die Ziffern 1 (Wahrheitspflicht), 3 (Unterschlagung / Entstellung von Informationen) sowie 7 (Unterlassung sachlich nicht gerechtfertigter Anschuldigungen) verletzt.