Zum Thema "Die Zukunft des Fernsehens" diskutierte am diesjährigen screen-up vom Donnerstag, 27. September eine illustre TV-Männerrunde aus der Schweiz und Deutschland. Rudolf Matter, Direktor des Schweizer Radio und Fernsehen, Dominik Kaiser, CEO 3+, Frank Hoffmann, Geschäftsführer Vox, Gion Stecher, Tele-Chefredaktor und René Carl, Stellvertretender Geschäftsführer Pro7 talkten unter der Leitung von "Persönlich"-Chefredaktor Matthias Ackeret. Als erstes wendete sich der Moderator an Matter und fragte, ob er sich nach dem vorläufigen Verdikt des Bundesrats, wonach die SRG keine Online-Werbung schalten dürfe, als Gewinner oder Verlierer im Streit mit den Schweizer Verlegern fühle. Matter meinte gelassen, das könne man so kurzfristig nicht sagen und fügte an: "Der Entscheid ist bedauerlich, aber nicht existenzbedrohend."
Auf den Erfolg von Vox angesprochen, wies Hoffmann auf die vielen Eigenformate des Senders hin und darauf, dass sein Kanal "frei von Jugendsünden" sei. Für Schmunzeln und einige Lacher im Stehapéro-Publikum sorgte Kaiser mit der Ansage eines neuen Sende-Formats. Sein Sender macht sich auf nach Osteuropa, konkret in die Ukraine, um mit Schweizer Single-Männern Frauen zu suchen. Kaiser weiss: "Die Frauen in der Ukraine sind sehr gebildet und wählerisch. Das wird zu spannenden Situationen führen." Schon nächste Woche macht sich die 3+-Crew auf in den Osten. Matter kommentiert das kommende Format auf 3+ mit "Jede Sendung findet ihren Platz!".
Zu den Castingshows meint Stecher: "Der Trend neigt sich dem Ende zu." Das Fernsehen müsse nicht neu erfunden werden, Quiz und Real-Life blieben nach wie vor aktuell. Kaiser meint, der Zenit für Castingshows sei vielleicht erreicht, aber gut gemachte Castingshows hätten nach wie vor eine Zukunft im Medium Fernsehen. Ackeret fragt, was uns aus Amerika erwarte. Die Runde ist sich einig, dass kein klarer Trend ausmachbar sei. Carl weist darauf hin, dass weiter neue Spezialsender kommen werden. So lanciert Pro7/Sat1 in der Schweiz in Kürze den Sender Sixx, der gemäss Carl "ein Premiumsender für die weibliche Zielgruppe" sei. Ganz im Trend dieser Diversifizierung der Kanäle steht auch Kaisers Lancierung von 4+, dessen neues Logo am Donnerstag per Medienmitteilung bekannt gegeben wurde (vgl. persoenlich.com). (bn)

