Keine Zukunft für Tabloid-Zeitung

Deutschland - Beliebtester Leseort ist zu Hause.

Deutsche Qualitätszeitungen halten an ihrem Grossformat fest. Trotz der Beispiele international renommierter Tageszeitungen wie der britischen The Times oder The Independent, halten deutsche Qualitätsblätter an ihrem Grossformat fest. "Wir stellen nicht um", so Sebastian Berger, Sprecher beim Süddeutschen Verlag, im Gespräch mit pressetext. Auch eine aktuelle Studie der Marktforscher bei TNS Emnid bekräftigt das Festhalten der Verlage am Grossformat, denn die negativen Argumente der deutschen Leser in Bezug auf Tabloid überwiegen, so das Ergebnis der Studie.

Der Axel Springer Verlag hat mit dem Start der Welt kompakt, der kleinformatigen Ausgabe seines Qualitätsblatts Die Welt, vor zwei Jahren auf die Bedürfnisse einer immer mobileren Gesellschaft reagiert. Dennoch gäbe es derzeit keine Überlegungen das Format der Bild-Zeitung zu ändern, heisst es aus dem Verlag. Das Argument Handlichkeit zieht bei Tageszeitungen nicht, denn der bevorzugte Ort für das Zeitungslesen ist für 93 Prozent zu Hause. "Die in Zeiten zunehmender Mobilität angenommenen relevanten Gründe wie 'Handtaschengrösse' einer Zeitung sind sicher wichtiger geworden, aber es gilt zu berücksichtigen, dass gerade Zeitungen nach wie vor überwiegend zu Hause genutzt werden", so Claudia Knobloch, Studienleiterin bei der TNS Emnid Medienforschung.

Nur neun Prozent lesen ihre Zeitung am Arbeits- oder Ausbildungsplatz und fünf Prozent unterwegs in Bus oder Bahn. Zwar wird ein handliches Format von 31 Prozent als Pluspunkt gewertet, einen expliziten Nachteil in der schlechten Handlichkeit von Grossformaten sehen aber nur 13 Prozent der Zeitungsleser. Gegen ein kleines Format sprechen hingegen geringere Qualität der Abbildungen und Fotos, schlechtere Lesbarkeit und geringere Wertigkeit.