«KI ist für glaubwürdigen Journalismus eine Chance»

NZZ - In einem Artikel «in eigener Sache» erklären der NZZ-Chefredaktor Eric Gujer und der Leiter Ressort Visuals Barnaby Skinner, wie die Zeitung mit künstlicher Intelligenz umgeht.

«Es gibt anscheinend nur etwas, was generative KI nicht kann: Fakten prüfen», schreiben Eric Gujer und Barnaby Skinner am Samstag. Darum werden in der NZZ keine Texte mit KI generiert. «Am Anfang und am Ende jedes NZZ-Inhalts steht immer ein Mensch.»

Die NZZ behandelt KI als «hilfreiches Instrument». «Journalisten sollten KI bei der Arbeit wie einen Taschenrechner beim Kopfrechnen nutzen.» Die publizistischen Richtlinien legen fest, was möglich ist und was nicht. Noch im April hiess es gegenüber persoenlich.com, dass die Guidelines zur KI erarbeitet würden (persoenlich.com berichtete).

«KI könnte uns zum Beispiel künftig bei der Themenfindung helfen; oder dabei, Texte besser zu verschlagworten, damit sie einfacher bei Suchmaschinen gefunden werden können; vielleicht haben unsere Leserinnen und Leser Interesse daran, sich Texte eines Autors oder einer Autorin in deren Stimmen vorlesen zu lassen. Mit KI ist das möglich.»

Die Technologie werde dazu beitragen, dass sich Falschmeldungen noch schneller verbreiten. «Genau deshalb ist KI für glaubwürdigen Journalismus vor allem eine Chance», betonen der Chefredaktor und der Ressortleiter. «Verlässliche Informationsquellen sind heute zur raren Ressource geworden.» (spo)