Kioskverbannung von bis zu 700 Titeln

Kiosk AG - Zuviel Presseprodukte im Sortiment

Peter Wuest, der neue Chef der Kiosk AG-Besitzerin Valora, will zwischen 500 und 700 Zeitungen und Hefte aus dem Sortiment der Kioske streichen. Dies schreibt die HandelsZeitung in ihrer neusten Ausgabe. Momentan sind 4200 Presseprodukte in den Kioskregalen zu finden. Die Schweizer Verlage seien von diesem geplanten Einschnitt alles andere als begeistert.

Es sei vermessen, Printprodukte aus dem Sortiment zu verbannen, meinte zum Beispiel Peter Hert, Leiter Lesermarkt von Tamedia. Zeitschriften und Zeitungen brächten den Kiosken neben Tabakprodukten den meisten Zulauf. "Nicht der Monopolist Kiosk AG sollte entscheiden, welche Titel aus dem Sortiment fliegen, sondern der Kunde selbst", lässt sich Herbst von der HandelsZeitung zitieren. Jede Einschränkung sei bedenklich, findet auch Hanspeter Kellenmüller vom Verband Schweizer Presse. Dies, weil die Kiosk AG absolut keine Konkurrenz auf dem Zeitschriftenmarkt habe.

Aus diesem Grund hat die Kiosk AG auch die Weko konsultiert und wissen wollen, ob eine Streichung von Pressetiteln aus dem Sortiment einen Missbrauch einer Monopolstellung darstelle. Und grünes Licht erhalten: "Eine Streichung von Titeln ist noch kein Missbrauch per se", meint die Weko. Es brauche hingegen sachliche Kriterien, die die Streichung eines Titels rechtfertigten.