Die Finanzinvestoren KKR und Permira haben nicht mehr die Mehrheit bei ProSiebenSat.1. Ihr Anteil an dem deutschen TV-Konzern hat sich dem umfassenden Umbau der Aktionärsstruktur auf 44 Prozent halbiert.
Zuvor waren alle bisherigen Aktien des Konzern in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt und komplett zum Handel an der Börse zugelassen worden. Dieser kleine Börsengang ermöglichte KKR und Permira nach sechs Jahren Herrschaft den Einstieg in den Ausstieg bei ProSiebenSat.1.
Ein kompletter Verkauf der Sendergruppe war mangels zahlungskräftiger Interessenten gescheitert, zudem wäre dieser Schritt kartellrechtlich nicht ohne Probleme gewesen. Seit Montag sind die Aktien des Konzerns ohne Einschränkungen an der Börse handelbar. Offen ist die Frage, ob Investoren bereit stehen, im grossen Stil bei dem RTL-Rivalen einzusteigen.
Konzernchef Thomas Ebeling hat bereits betont, dass er sich eine möglichst breite Eigentümerstruktur wünscht - und keinen beherrschenden Grossaktionär mehr. Sein Konzern könnte dank der grösseren Zahl handelbarer Aktien zum Dax- Kandidaten werden.
Bisher hielten KKR und Permira 88 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien des Konzerns, die aber nicht handelbar waren. Lediglich die Vorzugsaktien ohne Stimmrecht waren an der Börse und konnten gekauft und verkauft werden - zu sagen hatten die Vorzugsaktionäre allerdings nichts. (sda)