Nachdem die Tamedia vor dem Zürcher Bezirksgericht keine superprovisorische Verfügung gegen eine Werbekampagne der SRG-Vermarkterin Publisuisse erwirken konnte ("persoenlich.com" berichtete), prüft das Zürcher Medienhaus nun eine Klage gegen die Publisuisse. Sie ist der Ansicht, dass die SRG-Vermarkterin unlauter mit einer Werbewirksamkeitsstudie geworben hat. "Jetzt ist wissenschaftlich bewiesen: TV-Werbung wirkt besser als Print", liess die Publisuisse in Printanzeigen und über Banner-Werbung im Internet verlauten. Die Tamedia ist der Auffassung, dass diese Aussage nicht auf einem gesicherten wissenschaftlichen Stand beruht.
Bereits im vergangenen Herbst hatte die Tamedia versucht, beim Bezirksgericht Zürich mit einer superprovisorischen Verfügung durchzusetzen, die Werbekampagne zu stoppen, blitzte mit ihrem Begehren jedoch ab. Das Gericht sah keinen Anlass, vorsorgliche Massnahmen einzuleiten, da es keinen unmittelbaren Schaden ausmachen konnte. "Wir bedauern diesen Entscheid des Gerichts, halten aber an der Position fest, dass die Publisuisse-Werbung unlauter ist", sagt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer gegenüber "persoenlich.com". Der Verlag betrachte es aber als Teilerfolg, dass es zu Verhandlungen gekommen sei und die Publisuisse derzeit mit der Studie nicht mehr werbe. Was bei der Tamedia für Unmut sorgt: Bis heute hat sie keinen Einblick in die Daten der Studie erhalten.