Vier Monate nach der Ankunft von Peter Rothenbühler steht die Redaktion der Boulevard-Zeitung Le Matin nur zum Teil hinter ihrem neuen Chefredaktor. Bei einer internen Abstimmung sprach ihm nur eine knappe Mehrheit das Vertrauen aus. 39 Redaktionsmitglieder legten bei der Vertrauensfrage ein Ja in die Urne, 32 ein Nein, 20 enthielten sich der Stimme. Rothenbühler wollte das der Nachrichtenagentur sda vorliegende Resultat am Montag nicht kommentieren.
Für Kulturchef Christophe Fovanna ist die Abstimmung nicht eindeutig zu interpretieren. Die Misstrauensvoten könnten auch als Rückweisung der neuen Formel der auflagenstärksten Westschweizer Tageszeitung verstanden werden. Die Beziehung des neuen Chefredaktors mit der Redaktion ist jedoch laut Fovanna besser als diejenige von Rothenbühlers Vorgänger Daniel Pillard, der bei einer entsprechenden Vertrauensabstimmung deutlich schlechter abgeschnitten hat. Pillard wurde nach eineinhalbjähriger Tätigkeit entlassen.