Kommentar von David Lemos geht viral

RTS - Der RTS-Kommentator hat nach dem WM-Final deutliche Kritik an der Fifa geübt. Der Ausschnitt verbreitete sich rasch in den sozialen Netzwerken und sorgte auch international für Aufmerksamkeit.

Als die spanische Mannschaft am Sonntag den WM-Pokal in die Höhe stemmte, nutzte RTS-Kommentator David Lemos die letzten Sekunden seiner Sendezeit für eine deutliche Kritik an der Fifa. «Es war zweifellos die kommerziellste Fussball-Weltmeisterschaft der Geschichte, eine der politisiertesten dazu», sagte er zu Beginn seiner Ausführungen und sprach in der Folge unter anderem Ticketpreise, verweigerte Einreisen für Fans und Schiedsrichter, die Einmischung eines Präsidenten im Fall Balogun sowie die Kühlpausen und die verlängerte Halbzeitpause im Final an.

@ayume.w Oui, gardons les souvenirs positifs de cette coupe du monde ! Mais essayons d’améliorer l’avenir…? #worldcup #espagne #argentine #coupedumonde #worldcup2026 ♬ original sound - ayume.w

Der Ausschnitt verbreitete sich in den sozialen Netzwerken rasch und sorgte auch ausserhalb der Schweiz für Aufmerksamkeit. Auch die Huffington Post griff den Auftritt auf und dokumentierte, wie positiv er bei den Internetnutzern ankam. Das Portal zitierte dabei auch Reaktionen aus den sozialen Netzwerken: Nutzer lobten Lemos dafür, dass er «die Misserfolge dieser Weltmeisterschaft perfekt zusammengefasst» habe.

Lemos selbst äusserte sich in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro zu seinem Auftritt. Er erklärte dort, er habe es für seine Pflicht gehalten, Fakten zu erwähnen, die das Turnier geprägt hätten – dies sei von einem Journalisten auf einem Sender des Service public zu erwarten. Auf die vereinzelte Kritik, er sei «grantig» gewesen, reagierte er mit Überraschung: Er sehe sich weder als mutig noch als «grincheux».

Auch Schweizer Medien griffen die Geschichte auf. So dokumentierte etwa Watson Romandie die Welle der Zustimmung, unter anderem eine Reaktion des X-Accounts «ActuFoot» mit 8,9 Millionen Followern. Wie das Portal zudem festhält, hatte Lemos die Fifa schon zur Halbzeit des Finals kritisiert – wegen einer Pause von rund 30 Minuten für die Halbzeitshow mit Madonna, BTS und Justin Bieber, statt der üblichen 15 Minuten.

Wie 24 heures berichtet, ist es nicht das erste Mal, dass ein RTS-Live-Kommentar für Diskussionen sorgt: Bereits im Februar hatte Journalist Stefan Renna während eines Bob-Wettkampfs mit einer Wortmeldung zum Gaza-Krieg und zur Politik des IOC für Millionen Klicks gesorgt. (cbe)