Zu den Auflagenbeglaubigung der WEMF lieferten verschiedene Verlage Kommentare. "persoenlich.com" präsentiert davon Auszüge im Originalton:
'Die Berner Zeitung steigert ihre Auflage gegen den Trend':
"Die Berner Zeitung BZ ist die einzige unter den grösseren Regionalzeitungen, die ihre Auflage auch im Jahre 2002 steigern konnte! Damit hält der 15-jährige Trend (jährliche Auflagensteigerung) auch in einem gesättigen Lesermarkt und unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen ununterbrochen an. Die intensive, individuelle und langfristig ausgerichtete Kundenbetreuung der Berner Zeitung scheint im Espace Mittelland Früchte zu tragen."
Der Bund: 'Leichter Auflagenrückgang und erste Relaunch-Erfolge':
"Der Berner Bund wird seinem neuen Slogan 'Das Stadtgespräch. Die Zeitung.' durchaus gerecht. Die per April 2003 von der WEMF AG für Werbemedienforschung neu beglaubigte Auflage liegt zwar mit 66'242 Exemplaren um 1970 Exemplare oder 2.9 Prozent unter dem Vorjahr, in der Stadt und Agglomeration Bern entwickelte sich die Auflage jedoch positiv.
Damit hat der Bund ein mit dem kürzlichen Relaunch verbundenes Auflagenziel erreicht: eine positive Entwicklung der Auflage im neu definierten Kerngebiet Grossraum Bern und Agglomerationen. Leichte Rückgänge ausserhalb der Hauptverbreitungsgebiete, insbesondere im Berner Oberland und im Seeland, wurden erwartet und bewusst in Kauf genommen. Im Weiteren haben die allgemein ungünstige wirtschaftliche Situation bei Gelegenheitskäufern und bei Firmenbezügern und eine vor allem durch die Gratiszeitungen begründbare Abnahme im Einzelverkauf zum leichten Auflagenrückgang beigetragen. Die Zahl der festzahlenden Stammabonnenten hingegen hat sich erfreulicherweise leicht erhöht."
Jean Frey AG:
Beobachter: "Die grösste Publikumszeitschrift der Schweiz konnte die Auflage gemäss der durch die WEMF durchgeführten Auflagebeglaubigung auf hohem Niveau noch leicht ausbauen. Mit einem Zuwachs von 335 Exemplaren steht die Auflage nun bei 335'561 Exemplaren. Damit konnte die seit 1997 anhaltende, positive Auflageentwicklung im Kalenderjahr 2002 erfolgreich auf hohem Niveau weiter geführt werden. Gewinne verzeichnet der Beobachter insbesondere bei den Abonnements, während wie bei vielen anderen Publikationen durch die zurückhaltende Konsumstimmung der Einzelverkauf eine leicht rückläufige Tendenz aufweist. Der Auflagenzuwachs widerspiegelt sich auch bei den erbrachten Dienstleistungen des Beobachters -- nämlich bei der Beratung -- wo ein anhaltendes Wachstum stattfindet. Die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen ist im letzten Kalenderjahr um rund 25 Prozent gestiegen und erreichte über 90'000 Anfragen."
Bilanz: "Das führende Schweizer Wirtschaftsmagazin hat die wirtschaftlichen Probleme ganz direkt zu spüren bekommen. Die Auflage hat sich um rund 8000 Exemplare gegenüber dem Vorjahr reduziert -- bei gleichbleibend hoher Leserschaft. Primär die Abonnementsauflage hat sich negativ entwickelt, zurückzuführen auf Personaleinsparungen bei den Banken und Versicherungen, aber auch auf allgemeine Sparmassnahmen der Unternehmen. Ein Magazin wie Bilanz kann im Laufe des Monats von mehreren Personen gelesen werden, d.h. der interne Verteiler in Unternehmen wird erweitert. Zudem hat das Ende der New Economy- und des Börsen-Hype zu einer deutlich erhöhten Fluktuation bei den Privatabonnenten und im Einzelverkauf geführt. Die Aprilausgabe der Bilanz erscheint im neuen, handlicheren Format, mit neuer Gestaltung und mit noch interessanteren Inhalten. Genau richtig, um die Wiedereroberung der verlorenen Abonnenten in Angriff zu nehmen..."
TR7: "Die Auflagesteigerung um 1000 Exemplare (plus 0.60 Prozent) darf angesichts des überaus harten Konkurrenzkampfes im Markt der TV- und Programmzeitschriften als sehr schöner Erfolg bezeichnet werden. Zurückzuführen ist das Auflageplus auf das optimale Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Markanter optischer Relaunch und Repositionierung im Februar 2002, dadurch verstärkte Wahrnehmung im Lesermarkt, zahlreiche, konzentrierte Abogewinnungsaktionen, sowie neue Verlagspartnerschaften. Der Anteil der Festabonnements an der Gesamtauflage ist mit über 90 Prozent nach wie vor erfreulich hoch, die Fluktuationsrate bewegt sich bei ca 10. Prozent -- die TR7-Leserschaft ist treu und mit dem Produkt offensichtlich sehr zufrieden."
Weltwoche: "Die Weltwoche konnte im vergangenen Jahr die Auflage von 84'957 auf 91'094 Exemplare (+ 7.2 Prozent) steigern. Das Auflagewachstum setzte nach dem erfolgreichen Relaunch als Zeitschrift im Mai 2002 ein. Gewachsen ist sowohl die Zahl der Abonnements wie auch die Verkäufe am Kiosk. Bei einer gemäss WEMF zulässigen Beglaubigung ab dem Relaunchdatum wäre der Auflagesprung deutlich höher ausgefallen. Im Hinblick auf eine allfällige restriktivere Abnahmepolitik der Fluggesellschaften und die allgemeine Wirtschaftslage hat sich die Weltwoche allerdings für eine zurückhaltende Beglaubigungspolitik entschieden und darum das ganze Kalenderjahr 2002 in die Beglaubigung einfliessen lassen."
'Tamedia geht neue Wege und beglaubigt nur noch nachhaltige Auflagenzahlen'
"Aufgrund der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Situation hat Tamedia die Kosten-Nutzen-Verhältnisse aller Vertriebswege analysiert. Sie hat sich entschieden, Vertriebswege mit hohen Kosten und mässigem Ertrag ganz oder teilweise aufzugeben. Zudem hat die Swiss über ihre Tochter CGS die Verträge mit den meisten Schweizer Verlagen gekündigt, was zusätzlich zu erheblichen Korrekturen an der beglaubigten Auflage führt.
Der Tages-Anzeiger beglaubigt neu eine Auflage von 234'518 Exemplaren. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 15'482 Exemplare oder 6.2 Prozent. Der Tages-Anzeiger bleibt die meistabonnierte Zeitung der Schweiz.
Die SonntagsZeitung beglaubigt eine Auflage von 202'100 Exemplaren, was einem Rückgang von 19'000 Exemplaren oder 8.6 Prozent entspricht. Damit hat die SonntagsZeitung trotz der neuen Konkurrenz im Sonntagsmarkt die eigenen Erwartungen übertroffen.
Inskünftig verzichten die Tamedia-Zeitschriften bei der Beglaubigung auf die teuren Vertriebswege Airline und Lesezirkel. Darüber hinaus werden die Abo-Promotionen reduziert. Damit bieten die Zeitschriften von Tamedia dem Werbemarkt neu Auflagenzahlen, die nur noch die regelmässigen Käuferschichten abbilden (vor allem die Fest-Abonnenten und den Einzelverkauf am Kiosk).
Die Frauenzeitschrift annabelle beglaubigt neu 73'700 Exemplare. Das sind 26'315 Exemplare oder 26.3 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Nachrichtenmagazin Facts ändert die beglaubigte Auflage um 22.4 Prozent oder 23'163 Exemplare auf neu 80'200. Die Auflagenkorrektur bei annabelle und Facts fällt gewollt markant aus. Die beiden Titel weisen aber eine stabile Entwicklung bei der Leserschaft aus.
Die Schweizer Familie weist trotz analoger Bereinigungen eine Steigerung der beglaubigten Auflage von 2.7 Prozent oder 4276 Exemplaren auf neu 160'000 Exemplare aus. Dieses Wachstum wurde durch die teilweise Übernahme von Abonnements der eingestellten Frauenzeitschrift Meyer's erreicht. Die Kulturzeitschrift du beglaubigt neu 17'600 Exemplare, was einem Rückgang von 4200 Exemplaren oder 19.3 Prozent entspricht. Das Sammelmagazin für Schülerinnen und Schüler Spick beglaubigt 39'059 Exemplare. Das kommt einem Rückgang um 6008 Exemplare oder 13.3 Prozent gleich."
'Stabilität und gute Aussichten für Ringier Romandie'
"Trotz eines sehr schwierigen Jahres 2002 für das gesamte Pressewesen unseres Landes, ist Ringier Romandie mit der relativen Stabilität der kontrollierten Auflagezahlen, die gerade von der WEMF 2003 für die verschiedenen Titel veröffentlicht wurden, sehr zufrieden. Diese starke Position, zusammen mit den ehrgeizigen Verlagsprogrammen für die nächsten Monate erlauben uns, dem kommenden Jahr vertrauensvoll entgegenzusehen.
TV8, Tele-Ciné-Multimedia: "53'507 Ex. (+ 0.8 Prozent) -- Stabilität 'ansteigend' für die einzige TV-Zeitschrift der Romandie, deren Kauf alleinig vom Leser bestimmt wird, meistens sind es Abonnenten (88 Prozent der Auflage). Im vergangenen Herbst hat TV8 den Sprung in die Numerik gewagt und seine Programmspalten den Kabel- und Satellitenkanälen erschlossen. Mit den Programmen von 62 Sendern ist es das umfangreichste Angebot auf dem gesamten Markt, dazu reichhaltige redaktionelle Beiträge, mit Rubriken für TV, Kino, Musik, Internet und Multimedia. Das alles trägt dazu bei, die Lesergruppen zu erweitern und zu verjüngen."
Edelweiss: "25'708 Ex. (+ 2.0 Prozent) -- Die Frauen-Monatszeitschrift Edelweiss konnte dank eines originellen Redaktionskonzeptes ihren Fortschritt weiterführen und bekommt jeden Monat neue Anhängerinnen. Ein stolzes Resultat für Ringier, denn Edelweiss ist jetzt eine im ganzen Lande verbreitete Zeitschrift, zumal die deutschsprachige Version für die Deutschschweiz ganz besonders freudig aufgenommen wurde, sowohl von den Leserinnen als auch den Werbekunden."
L'Hebdo: "48'376 Ex. (- 4.1 Prozent) -- Auf die Auflagenzahl für 2003 vorgegriffen, zeigt sich die schwierige Lage der Nachrichtenmagazines. L'Hebdo hat weitgreifende Überlegungen über die Aufgaben angestellt, die es in den kommenden Jahren zu erfüllen gilt. Diese Arbeit wird sich ab 1. Mai 2003 zeigen, wenn eine gänzlich überarbeitete Gestaltung unter der Leitung des neuen Chefredaktors Alain Jeannet erscheinen wird. Auf Grundlage eines neuen graphischen Konzeptes des Graphikers Kurt Schwerzmann (Facts, Le Nouveau Quotidien, Bolero, Schweizer Handelszeitung), wird diese neue Form l'Hebdo als Informationswerkzeug positionieren und zum führenden Organ der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Debatte in der Romandie machen."
L'illustré: "94'376 Ex. (- 1.8 Prozent) -- Wie die meisten Publikumszeitschriften hat auch l'illustré einen leichten Rückgang der verkauften Auflage hinnehmen müssen, bleibt jedoch, als Haupttitel, eine unumgängliche Grundlage aller Kampagnen, die eine breite Deckung des Marktes in der Romandie anstreben."