Die Wettbewerbskommission (Weko) will Genaueres erfahren über die Rolle, die die Nachrichtenagentur SDA bei der Schliessung von AP Schweiz gespielt hat. "Aufgrund von Medienberichten sind wir auf das Verhalten der SDA aufmerksam geworden, dem gehen wir jetzt nach", sagte Weko-Vizedirektorin Carole Söhner-Bührer auf Anfrage. Noch handle es sich aber nicht um ein formelles Verfahren, sondern um eine Befragung. SDA-Chefredaktor Bernard Maissen sieht darin kein Problem. "Es ist normal, dass die Weko aktiv wird", sagte er. Allerdings handle es sich im Fall SDA/AP weder um eine Übernahme noch um eine Fusion. Zudem habe man im Vorfeld des Deals mit dem Deutschen Depeschendienst (ddp) juristische Abklärungen in Sachen Weko vorgenommen.
Mit ein Grund für die Weko-Befragung war offenbar ein Bericht des "SonntagsBlick" über einen 20-Prozent-Exklusivitätsrabatt, den die SDA letztes Jahr ihren Kunden anbot, falls diese nur noch die SDA-Dienste abonnieren. Auf diese Weise habe sie AP Schweiz Kunden abgejagt und aktiv zum Aus beigetragen, lautete der Vorwurf. Auf Anfrage bestätigt Maissen die Existenz eines solchen Rabattes. Dieser sei vom Verwaltungsrat abgesegnet gewesen sei, da manche AP-Kunden einfach via Internet bei der SDA abgeschrieben hätten. Dagegen juristisch vorzugehen, sei schwierig und kostspielig, gesteht Maissen. "Aber wir mussten reagieren, damit die treuen SDA-Kunden nicht plötzlich im Nachteil sind." (Text: Markus Knöpfli)